In unserem letzten Start-up-Interview hat uns Jens Altmann, CTO & Geschäftsführer von der PIO Security GmbH, seine Vision von einer Blockchain-basierten Cyberversicherung vorgestellt. Im Rennen um den Rockstar Award befindet sich jedoch noch ein zweites Unternehmen, das wir im letzten Beitrag bereits erwähnt, aber noch nicht interviewt haben. Das Start-up RYSKEX steht für „Risk Exchange“ und ist dem Start-up zufolge die erste ökosystembasierte Lösung für existenzbedrohende Unternehmensrisiken. Über einen Peer-2-Peer-Marktplatz bringt das Unternehmen (Rück-)Versicherer, Industriekonzerne, Captives und den Kapitalmarkt zusammen. Die Verträge zwischen den Partnern werden ohne den Eingriff einer dritten Partei über Smart Contracts geschlossen und in der Blockchain gespeichert. Im Interview mit Tatjana Winter, CMO von Ryskex, erfahren wir mehr über das Unternehmen.

Tatjana Winter

Tatjana Winter

CMO – RYSKEX GmbH

 

„The new level of Rysk Exchange“

 

Bitte stell dich kurz vor.

Ich bin Co-Founder von RYSKEX und aktuell hauptsächlich zuständig für den Vertrieb, die Weiterentwicklung des Produktes und den Aufbau des Unternehmens. Nach meinem MBA mit dem Fokus Innovation and Leadership, forsche ich aktuell im Zusammenhang mit meiner Doktorarbeit auf dem Themengebiet der künstlichen Intelligenz. Im Zentrum der Forschung steht die Frage, welchen Einfluss künstliche Intelligenz auf das Risikomanagement von Konzernen nehmen wird.

Ein Unternehmen kann über eure Peer-2-Peer-Plattform ganz individuell seine Risiken absichern. Wie funktioniert das?

Zunächst ist eine schnelle und einfache Registrierung auf der Plattform notwendig. Sobald das Unternehmen Teil des Ecosystems ist, gibt es sein Risiko (als Policy Holder) über eine von uns standardisierte Maske ein. So stellen wir sicher, dass alle notwendigen Informationen zum Risiko erfasst werden. Außerdem definiert das Unternehmen individuell seine „Auktionsparameter“ – d.h., wie lange das Risiko auf der Plattform erscheinen soll. Ist das Risiko veröffentlicht, können sich die Risikoträger, so genannte „Rysk Taker“, bewerben. Kommt es zu einem Vertrag, geht dieser als Smart Contract in die Blockchain und wird dort gespeichert.

Mit welchen Unternehmen arbeitet ihr bereits zusammen?

Leider dürfen wir aktuell die Namen der Unternehmen noch nicht nennen, was natürlich sehr schade ist. So viel können wir verraten: In Deutschland arbeiten wir derzeit mit zwei großen und innovativen Konzernen aus den Branchen Automobil/Maschinenbau und Verkehr/Logistik zusammen. Beide stellen hier die Policy-Holder-Seite dar.

Die Rysk-Taker-Seite wird zum Großteil über den Londoner Finanz- und Versicherungsmarkt abgedeckt. Hier arbeiten wir ebenfalls mit sehr namhaften Unternehmen zusammen.

Wir freuen uns schon sehr auf den Moment, die Beteiligten preisgeben zu können.

Bei euch läuft ein Großteil voll digitalisiert und automatisiert ab. Wo kommt die Komponente Mensch ins Spiel?

Der Mensch ist bei uns derjenige, der die Fäden zieht – die automatisierte Technologie vereinfacht lediglich die Umsetzung der strategisch getroffenen Entscheidungen. Die Risiken, die eingestellt werden, müssen durch einen Menschen beschrieben werden und auch das Matching von Policy Holder und Rysk Taker haben wir nicht automatisiert. Der Mensch hat hier die volle Kontrolle über sein Handeln und seine Entscheidung. Die möchten wir auch bewusst nicht abnehmen. Die Technik steht im Hintergrund, um Prozesse effizienter und effektiver zu gestalten.

Ist es denkbar, eure Plattform auch für andere Risiken zur Verfügung zu stellen? Bspw. für die Risiken einer Privatperson?

Das Konzept an sich würde auch für Privatpersonen funktionieren – aber die Ausgestaltung einer Plattform für den Privatkundenbereich überlassen wir gerne anderen. Unsere Zielgruppe sind tatsächlich die großen Konzerne mit eigenem Risikomanagement. Wir möchten da Lösungen bieten, wo es heute noch keine gibt und die Risiken abdecken, die den Unternehmen große Schmerzen bereiten. Wir verstehen uns als Markterweiterung für die klassischen Versicherer und nicht als deren Konkurrenz.

Das Start-up Ryskex wird am 13. September im Rahmen des Rockstar Awards pitchen. Der Rockstar Award wird vom New Players Network ausgelobt und jährlich auf dem Partnerkongress der Versicherungsforen Leipzig verliehen.

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Bärbel Büttner
Bärbel Büttner unterstützt als Referentin für Social Media seit 2013 das Team "Unternehmenskommunikation, Wissensportal und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig. Ihr Schwerpunkt liegt in der Betreuung und Entwicklung der Social-Media-Präsenz der Versicherungsforen Leipzig. Dabei ist sie u.a. für die redaktionelle Betreuung des »Fachblogs für die Assekuranz« zuständig.