In der Medizin ist der Einsatz von Robotern, künstlicher Intelligenz und Big Data bereits Realität. Doch scheint der Innovationsgeist der Medizin nicht auf alle Bereiche des Gesundheitswesens abzufärben. So konnte man erst vor kurzen in den Medien die Diskussion um die Gesundheitskarte verfolgen. Vor 14 Jahre wurde das Projekt auf den Weg gebracht. Insgesamt 1,2 Mrd. Euro wurden in die Umsetzung investiert. Heute sind sich die Politiker einig, dass das Projekt „Digitale Gesundheitswelt für alle“ gescheitert ist. Die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens scheint ein schwieriges Unterfangen zu sein. Ein Start-up, das auf dem Partnerkongress der Versicherungsforen Leipzig am 13. September um den Rockstar Award pitchen wird, möchte mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz mehr Effizienz und Transparenz im stark reglementierten Gesundheitswesen schaffen.

MINDS medical ist ein Technologie-Startup aus Frankfurt, das im Sommer 2016 gegründet wurde. Die Gründer und Geschäftsführer Lucas Naab und Matthias Bay sind auf die Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) für die Gesundheitswirtschaft spezialisiert. Das Unternehmen unterstützt Versicherungsunternehmen bei der Prüfung von Anträgen in der medizinischen Risikoanalyse. Die Software „MM-Sure“ analysiert selbstständig medizinische Risiken jedes potenziellen Neukunden und bietet auf Grundlage von eingereichten Arztbriefen den jeweils passenden Tarif an.

Lukas Naab

Lukas Naab

Geschäftsführer und Gründer, MINDS-Medical GmbH

„Digitalisierung bedeutet, dass alle Beteiligten bereit sind die Prozesse neu zu denken und umzugestalten. Weiter wie bisher, nur eben digital, frustriert und kostet viel Geld. „

Bitte stell dich kurz vor.

Ich bin 35 und verheiratet. Bis zum Physikum habe ich Medizin studiert. Danach meinen Magister in Politologie und Vergleichender Religionswissenschaft gemacht. Menschen und Prozesse zu verstehen, treibt mich an. Etwas selbst zu gestalten und zu versuchen, es besser zu machen, war dann auch die Motivation für die Gründung.

Verrate uns in drei Sätzen, wie die Versicherungswelt von eurem Produkt profitiert.

Dafür brauche ich drei Worte: Automatisches medizinisches Underwriting. Wir sind sehr prozessorientiert und unterstützen Versicherungen mit unserer Technologie dabei, aus eingereichten Arztbriefen automatisch mögliche Vorerkrankungen zu erkennen und im Bereich der Zusatzversicherungen die Schaden-/ Leistungsregulierung zu unterstützen.

Start-ups im stark reglementierten Gesundheitsbereich haben es in der Regel nicht einfach. Wie stellt ihr euch dieser Herausforderung?

Der Reglementierung muss man sich beugen. Wir haben aber die gleichen Herausforderungen wie andere B2B Startups auch. Lange Vertriebszyklen die man am Anfang überstehen muss. Hinzu kommt, dass die Infrastruktur von Versicherungen über Jahrzehnte gewachsen ist und die Versicherer selber vor der Herausforderung stehen, neue Lösungen sinnvoll in die eigenen Systeme und Abläufe zu integrieren. Da hilft es nur, miteinander offen zu sprechen und Lösungen zu finden.

Wenn du einen Wunsch frei hättest, was wäre das?

Das sich Versicherer stärker auf konkrete Projekte mit Startups einlassen und auch angemessen bezahlen. Ist „noch ein Accelerator“ die Lösung für den Innovationsstau?

Mehr zum Einsatz von KI in der Assekuranz gibt es auf unserem Partnerkongress

Der Innovationsmarktplatz für die Assekuranz!

Seien Sie am 13. September 2018 in Leipzig dabei!
Bärbel Büttner
Bärbel Büttner unterstützt als Referentin für Social Media seit 2013 das Team "Unternehmenskommunikation, Wissensportal und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig. Ihr Schwerpunkt liegt in der Betreuung und Entwicklung der Social-Media-Präsenz der Versicherungsforen Leipzig. Dabei ist sie u.a. für die redaktionelle Betreuung des »Fachblogs für die Assekuranz« zuständig.