Alle 30 Sekunden passiert ein Leitungswasserschaden in Deutschland. Die Schäden, die dabei verursacht werden, könnten durch regelmäßige Wartung und Sanierung vermieden werden. Doch hohe Kosten und der damit verbundene Aufwand schrecken die Eigentümer häufig ab. Das Problem der mangelnden Wartung oder des enormen Aufwands der lückenlosen Überwachung lässt sich auch auf andere Bereiche übertragen. In unserem Start-up Interview möchten wir zwei Unternehmen vorstellen, die mit smarter Technologie möglichen Schäden präventiv vorbeugen.

Das erste Interview haben wir mit einem Unternehmen aus der Start-up-Metropole Berlin geführt. SMART WINS überträgt die heutigen Möglichkeiten des Internets der Dinge in ein digitalisiertes Abbild der Trinkwasserinstallationen in Wohngebäuden. Dies umfasst u.a. die Erfassung von Daten zum Wasserdurchfluss, eine automatische Regelung und die Optimierung des Betriebs. Die Nutzer können dabei die wesentlichen Parameter über eine App überwachen.

Das Unternehmen iNDTact aus Würzburg nutzt smarte Technologien für die Überwachung von Maschinen, Verarbeitungsprozessen und  hochbelasteten Bau- und Verschleißteilen. Durch den Einsatz intelligenter Sensoren können Maschinen „fühlen“ und über ihre Zustand informieren. Mit der iNDTact-Technologie werden Schwingungen, akustische Emissionen und Belastungen gemessen. Selbst kleinste Veränderungen können so schnell erkannt werden.

 

Dr. Henning Heppner – Geschäftsführer, Smart Wins Technologies GmbH

Dr. Henning Heppner – Geschäftsführer, Smart Wins Technologies GmbH


„Das “Smart Home” bietet große Potenziale für die Versicherungsbranche!“

Smart Wins steht für eine effiziente und smarte Trinkwassernutzung. Was verbirgt sich hinter dem Slogan?

Unser Sensor entdeckt ungewöhnlichen Wasserverbrauch. Das kann entweder sehr viel Verbrauch in kurzer Zeit (Rohrbruch), sehr kleiner, konstanter Verbrauch über eine lange Zeit (Haarriss in der Leitung) oder gar kein Verbrauch (Stagnation führt oft zu bakteriellen Problemen) sein. Diese potentiell sehr teuren und ärgerlichen Probleme lassen sich durch unsere sehr einfache Lösung vermeiden.

Wie profitiert die Versicherungsbranche von eurer Lösung?  

Unser System ermöglicht zunächst einen besseren Schutz vor den großen Schäden, die durch Wasser verursacht werden können und heute ca. 50 Prozent der Leistungen aus der Gebäudeversicherung ausmachen. Die Versicherungsbranche erhält dadurch eine sehr günstige Lösung, um einerseits solche teuren Schadenfälle zu vermeiden und andererseits den technischen Betriebszustand eines Gebäudes zu erkennen und zu verbessern. Wir sehen darin völlig neue Geschäftsmodelle, zum Beispiel für den Prozess der Risikobewertung und das Serviceangebot rund um die Gebäudeversicherung.

Warum habt ihr das Zeug zum Claims Rockstar 2018?

Wir haben deshalb Rockstar-2018-Potential, weil wir mit unserer technischen Lösung disruptive Geschäftsmodelle in der Versicherungsbranche ermöglichen. Die Überwachung des Wasserverbrauchs ist dabei nur ein erstes Beispiel, wie man durch die Digitalisierung der technischen Einrichtungen in Gebäuden die Betriebssicherheit erhöht. Das führt erstens für alle Beteiligten zu geringeren und planbaren Kosten und ermöglicht zweitens ganz neue Ansätze für Geschäftsmodelle in der Sachversicherung.

 

Bernhard Schultz – Product Manager, iNDTact GmbH

Bernhard Schultz – Product Manager, iNDTact GmbH


„Eine Maschine „erzählt“ uns durch ihre Schwingungen alles über ihren Zustand – wir müssen nur genau „hinhören“.“

All-in-One Vibrations- und Schallemissions-Sensorsystem, Bauteile die „fühlen“ können – Wie erläutert ihr einem Laien in wenigen Worten, was eure Kernkompetenz ist?

Wir bei iNDTact verstehen Schwingungen – vom Entstehungsort bis zur Information, die uns Schwingungen liefern, bieten wir unseren Kunden All-In-One Lösungen an. Dabei ist das Herzstück – der Sensor – unsere Grundlage für die Daten, die wir generieren. Dieser gewährt uns durch seine einzigartige Bandbreite und Sensitivität tiefe Einblicke in den Zustand eines technischen Produkts. Letztendlich sind alle Zustandsinformationen einer Maschine in ihren Schwingungen enthalten – man muss nur genau hinhören, oder besser – fühlen.

Auf dem Messekongress „Schadenmanagement & Assistance“ pitcht ihr vor Versicherern. Wo sind eure Anknüpfungspunkte zur Versicherungsbranche? Welchen Nutzen zieht diese aus eurer Lösung?

Versicherer bieten Sicherheit. iNDTact bietet sichere Zustandsinformationen. Davon profitieren Versicherer sowohl in der Risikoeinschätzung als auch durch die pro-aktive Vermeidung von Schäden. Beide Parteien – Versicherer und Kunde – sind zufrieden, wenn das Restrisiko der Absicherung sinkt und dadurch günstigere Versicherungsmodelle angeboten werden können.

Gibt es bereits Kooperationen mit Versicherern? Habt ihr ein konkretes Anwendungsbeispiel für uns?

Leider noch nicht. Aktive Schadenfall-Vermeidung ist jedoch ein heißes Thema. So sind wir in den technischen Branchen sehr gut vernetzt und unser Kundenstamm reicht vom KMU bis zum Technologiekonzern. Wir suchen permanent den Austausch, auch in anderen Branchen, um neue Geschäftsmodelle und Anwendungsmöglichkeiten für unsere Technologie zu entwickeln.

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Bärbel Büttner
Bärbel Büttner unterstützt als Referentin für Social Media seit 2013 das Team "Unternehmenskommunikation, Wissensportal und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig. Ihr Schwerpunkt liegt in der Betreuung und Entwicklung der Social-Media-Präsenz der Versicherungsforen Leipzig. Dabei ist sie u.a. für die redaktionelle Betreuung des »Fachblogs für die Assekuranz« zuständig.