Das neue Jahr ist noch jung und viele Menschen sind mit dem Vorsatz ins neue Jahr gestartet, sich sportlich etwas mehr zu betätigen. Mehr als 70 Prozent der Deutschen treiben zumindest gelegentlich Sport, vor allem um sich wohl zu fühlen und Stress abzubauen. Am liebsten werden dabei die Laufschuhe angezogen, sich aufs Fahrrad geschwungen oder ins Wasser gesprungen.

Für die Gesundheit kann dies eigentlich nur förderlich sein, schließlich senken etwa 15 Minuten Sport pro Tag die Gesamtsterblichkeit um 14 Prozent – ein Effekt, den sich auch Versicherungen zu Nutze machen möchten und somit die Gesundheit ihrer Kunden aktiv fördern.

So sportlich sind die Deutschen

Sport gehört für einen Großteil der Deutschen zum Alltag dazu: Knapp drei  Viertel gaben einer repräsentativen Umfrage von Splendid Research aus dem Jahr 2017 zufolge an, Sport zu treiben, gut 40 Prozent sogar regelmäßig. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch andere Untersuchungen. So gaben bei einer forsa-Umfrage im Auftrag der CosmosDirekt aus dem gleichen Jahr 70 Prozent der Befragten an, sogar regelmäßig Sport zu betreiben. Im Alter nimmt die sportliche Betätigung allerdings etwas ab. Gehörten in der Umfrage von Splendid Research zu den Sportverweigeren knapp über elf Prozent zu den 18- bis 39-Jährigen, steigt der Anteil bei den 60- bis 69-Jährigen auf knapp 30 Prozent. 

Trainiert wird zudem recht häufig: Knapp 79 Prozent der Deutschen trainierten an mehr als einem Tag die Woche, wobei jeweils knapp ein Viertel sich an zwei oder drei Tagen der Woche sportlich betätigt. Auch hier decken sich wieder die Ergebnisse von Splendid Research und Cosmos Direkt. 

Männer trainieren mit 4,5 Stunden die Woche etwas länger als Frauen, die auf 3,9 Stunden kommen. Der Familienstand wirkt sich ebenfalls auf die wöchentliche Trainingszeit aus. Kinderlose treiben etwa 4,4 Stunden die Woche Sport und Eltern knapp eine Stunde weniger.

Auch der Beruf spielt bei den sportlichen Ambitionen eine Rolle. So ist die Vereinbarkeit von Sport und Beruf zwar auch 73 Prozent der Deutschen sehr wichtig, wie der Sportreport 2019 von intersport zeigt. Dennoch schaffen es knapp 69 Prozent der Befragten aufgrund des Jobs und weiterer familiärer Verpflichtungen nicht regelmäßig zum Training und etwa 61 Prozent können keine Motivation mehr nach der Arbeit für sportliche Betätigungen aufbringen.

Fitnessangebote der Arbeitgeber könnten hier Abhilfe schaffen, sind aktuell allerdings noch nicht flächendeckend zu finden, wie die Untersuchung weiter zeigt.

Am häufigsten wird gejoggt

Laufen, Radfahren und Schwimmen sind seit Jahren die beliebtesten Sportarten der Deutschen, wie die verschiedenen bereits zitierten Untersuchungen zeigen. Weder das Geschlecht noch das Alter spielen dabei eine große Rolle, auch wenn sich die Verteilung etwas verschiebt.

So sinkt der Anteil der Jogger von 62,7 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen auf 37,8 Prozent bei den 60- bis 69-Jährigen, während der Anteil der Wanderer von 19 Prozent auf 38,9 Prozent steigt. Als Radfahrer bekannte sich hingegen durch alle Altersklassen hinweg ein etwa gleich bleibender Anteil zwischen 44 und 50 Prozent.

Frauen betreiben zudem häufiger Gymnastik oder Aerobic. Hier ist der Anteil mit 40,4 Prozent sogar genauso hoch wie beim Schwimmen. Bei den Männern gaben hingegen nur gut 16 Prozent an, in den letzten zwölf Jahren Gymnastik betrieben zu haben. Auch Yoga zählt eher zu denen von Frauen praktizierten Sportarten.

Sport zu treiben muss allerdings noch nicht heißen, dass die Sportler auch wirklich Spaß daran haben. So gaben zwar gut 21 Prozent der Jogger an, großen Spaß am Laufen zu haben und 23 Prozent verspüren zumindest etwas Spaß, allerdings verrieten auch etwas über 13 Prozent, dass Laufen eine Quälerei für sie ist – der höchste Wert bei den abgefragten Sportarten. Radfahren und Schwimmen können hingegen auch beim Spaßfaktor punkten und die Spitzenplätze belegen.

Infografik Sport

Sport fördert die Gesundheit – das wissen auch die Versicherer

Das Sport nicht nur dem allgemeinen Wohlbefinden dient, sondern sich auch maßgeblich positiv auf die Gesundheit auswirkt, ist kein Geheimnis mehr. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt im Alter von 18 bis 64 Jahren mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität (50-70 Prozent der max. Herzfrequenz) oder 75 Minuten intensive körperliche Aktivität (70-85 Prozent der max. Herzfrequenz) pro Woche oder eine Mischform, um gesund zu bleiben. Die Länge einzelner Sporteinheiten sollte dabei mindestens zehn Minuten betragen und zudem sollte an zwei Tagen pro Woche auch Muskelaufbau betrieben werden. Um die Gesundheit maßgeblich zu verbessern, wären sogar doppelt so lange Trainingszeiten notwendig.

So verringern bereits 15 Minuten Bewegung pro Tag das allgemeine Mortalitätsrisiko um etwa 14 Prozent und jede weitere Viertelstunde um ungefähr weitere vier Prozent. Ausdauersport aktiviert zudem die B- und T-Zellen im Blut, wodurch die Anfälligkeit für Infektionen, chronische Entzündungen und Autoimmunerkrankungen gesenkt werden kann. Auch die Killerzellen, die beispielweise Krebszellen bekämpfen, werden durch regelmäßigen Sport aktiviert. Krafttraining ist wiederum eine wirksame Diabetes-Prävention, da zusätzliches Muskelgewebe die Glukose-Speicherkapazitäten des Körpers erhöht.

Auch das Herz-Kreislaufsystem sowie das Gehirn profitieren von regelmäßiger Bewegung. Sport ist somit zurecht – richtig ausgeführt und in einem angemessenen Umfang – eines der sichersten und wirksamsten Medikamente überhaupt.

Sport treiben für die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Gesundheit: Daran sind auch Versicherungsunternehmen interessiert. Denn gesunde Kunden versprechen ein gesundes Kollektiv, das insbesondere im Krankenbereich weniger Kosten verursacht. Aber auch (Risiko-)Lebens-, Unfall- und Arbeitskraftabsicherer sind an entsprechenden Kundengruppen interessiert.

Entsprechend haben die Versicherer in den letzten Jahren zunehmend Services und Angebote entwickelt, um die Gesundheit ihrer Kunden aktiv zu fördern, indem beispielweise regelmäßiger Sport, gesunde Ernährung etc. mit Prämien, Rabatten oder Sonderleistungen belohnt werden. Das wirkt sich nicht nur positiv aufs Kollektiv aus, sondern fördert auch die Bindung einer aktiven Kundenbeziehung und dient der Abgrenzung von Wettbewerbern.

Prominentestes Beispiel ist an dieser Stelle mit Sicherheit das Fitness-Programm Vitality der Generali, welches im letzten Jahr noch einmal überarbeitet wurde. In Verbindung mit bestimmten biometrischen Produkten des Konzerns sind auch Prämienrabatte möglich. Nach Angaben des Konzerns verfügt die Vitality-Group mittlerweile über mehr als 16 Millionen Nutzer weltweit. Die Integration des Vitality-Tarifs in die private Krankenversicherung des Konzerns steht allerdings noch aus.

Ähnliche Konzepte verfolgen auch andere nationale und internationale Marktteilnehmer, wie beispielsweise die Axa mit Active Me oder der britische Versicherer Aviva mit seinem Onlineangebot „MyHealthCounts“. Auch die Fitnessplattform All.Active von der Allianz und Runtastic verfolgte ein ähnliches Konzept wie das Vitality-Angebot, wurde allerdings nach zwei Jahren Betrieb im März dieses Jahres wieder eingestellt. Es wird spannend sein, zu sehen, welche weiteren Lösungen uns die Versicherungsbranche in Zukunft noch präsentieren wird. Eines ist sicher, Sport treiben fördert der Gesundheit und warum sollte man das nicht auch belohnen. 

Bild: Photo by Austris Augusts on Unsplash

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Magdalena Dröse
Magdalena Dröse unterstützt seit 2013 das Team „Unternehmenskommunikation und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig. Neben ihren redaktionellen Tätigkeiten für das Online-Wissensportal und die Themendossiers der Versicherungsforen Leipzig, ist sie für die Betreuung der Forenpartner verantwortlich. Zudem unterstützt sie die Fachteams bei der Erstellung von Studien und Whitepapern.