Wie und wo erreiche ich den Endkunden? Heutzutage hat man so viele Möglichkeiten, den Kunden mit seinen Inhalten zu erreichen, dass es doch schon wieder recht frustrierend ist, dass es immer schwerer wird, von ihm auch wahrgenommen zu werden. Bunte Bilder und lustige Videos können bei der Wahrnehmung durchaus helfen, doch wie kommuniziere ich die weniger spannenden und lustigen Inhalte, mit denen man sich vielleicht nicht gerade auf dem Weg zur Arbeit beschäftigen möchte?

Seit geraumer Zeit wird ein alter Trend neu belebt. Podcasts mit unterhaltsamen, witzigen und auch informativen Inhalten sind bei den Streaming-Diensten auf dem Vormarsch. Spotify nimmt beispielsweise viel Geld in die Hand, um sich mit selbstproduzierten Podcasts gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Und erst kürzlich konnte man lesen, dass nun auch personalisierte Werbung über Podcasts gespielt werden kann.

Podcasts sind also absolut im Trend. Es stellt sich die Frage, ob auch Versicherer hier erfolgreich auf Audioformate setzen können. Wir haben den Podcast-Experten Bony Stoev hierzu befragt. Bony kennt sich nicht nur mit richtig gutem Ton aus, sondern ist Podcast-Jünger der ersten Stunde und produziert zudem eigene Podcast-Formate.

Ein Transkript des Interviews finden Sie unterhalb des Videos.

Warum sind Podcasts wieder so angesagt?

Ende 2000 hatten wir eine Podcast-Hype-Welle. Da hat man viel Podcast gehört und dann sind sie wieder ein bisschen in Vergessenheit geraten. Jetzt sind sie wieder da. Das liegt vor allem daran, dass die technischen Möglichkeiten weiter sind als damals. Wir können jetzt ganz einfach mobil durch verschiedene Streaming-Dienste Podcasts konsumieren. Zudem bieten Podcasts einen schönen, persönlichen Punkt der Kommunikation, der halt nicht so im Social-Media-Wust untergeht, sondern den Zuhörenden persönlich Informationen bereitstellt.

Wie sieht die Zielgruppe aus?

Das sind vor allen junge Leute, die Podcasts hören. Aber es gibt auch Ältere mit 60 Jahren plus. Das sind sehr technikaffine Menschen und Menschen, die mobil unterwegs sind, denn zumeist werden Podcasts mittlerweile mobil konsumiert. Zudem sind die Hörer sehr loyal. Das heißt, sie sind dem Podcast sehr treu, wenn sie ihn einmal lieb gewonnen haben.

Was muss ein Unternehmen mitbringen, um Podcasts zu produzieren?

Das Wichtigste sind die Idee und das Thema, das man transportieren möchte. Entweder man kann das selber intern in Abteilungen umsetzen und dann in Marketing-Abteilungen, Wissensvermittlung und ähnliches geben. Hierfür benötigt man natürlich entsprechende Technik und Personen, die sich damit inhaltlich auseinandersetzen. Wer moderiert den Podcast und welches Budget setze ich frei? Diese Fragen muss man klären. Gebe ich es in Abteilungen und schaue, was für Ressourcen die haben, oder gibt man es in externe Hände, die das dann produzieren.

Und wenn jetzt ein Versicherungsunternehmen sagt, okay, wir haben das Budget, wir haben die Leute, die das machen würden, wir haben die Themen, die wir spielen möchten, glaubst du, dass sie auch erfolgreich damit sein können? Gibt es Versicherungs-Podcasts und wie laufen die so?

Ja, ich denke, dass sie erfolgreich sein können. Man muss eben vorher ganz klar seine Zielgruppe definieren – ist es ein Podcast für den Endkunden oder für Geschäftspartner? Spannend ist, dass es nur sehr wenige Versicherungs-Podcasts gibt. Also da ist ganz viel Luft nach oben in Deutschland. Da kann man ganz viel tun. Und ich habe das Gefühl, dass die Menschen – auch gerade die, die Podcasts konsumieren – sehr wissensdurstig sind und dieses Wissen kann man wunderbar in Podcasts bereitstellen.

Podcast und Versicherung

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Bärbel Büttner
Bärbel Büttner unterstützt als Referentin für Social Media seit 2013 das Team "Unternehmenskommunikation, Wissensportal und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig. Ihr Schwerpunkt liegt in der Betreuung und Entwicklung der Social-Media-Präsenz der Versicherungsforen Leipzig. Dabei ist sie u.a. für die redaktionelle Betreuung des »Fachblogs für die Assekuranz« zuständig.