Es hat sich sicher schon in der Versicherungsbranche herum gesprochen, dass Kooperationen, insbesondere bei digitalen Sachverhalten, keine schlechte Idee sind. Axa kooperiert mit BlaBlaCar, Element mit Volkswagen und wefox mit den SAM Versicherungen. Kooperationen werden immer selbstverständlicher und werden von den Marktteilnehmern als logischer Schritt verstanden, um auch langfristig am Markt bestehen zu können. Große Player wie die Allianz gehen noch einen Schritt weiter und bieten auf der Plattform Syncier unter dem Motto „Insurance as a Service. Together bigger“ eigene Softwarelösungen an, die von den Plattformteilnehmern durch intelligente Services ergänzt werden können. Warum die Allianz diesen Schritt gegangen ist, darüber haben wir mit Axel Kotulla, Head of Enterprise Edition P&C, Life, Health bei der Allianz Technology SE, gesprochen.

Ein Transkript des Interviews finden Sie unterhalb des Videos.

Herr Kotulla, Sie haben gerade darüber berichtet, dass die Allianz auf eine offene Plattform für Versicherungssoftware setzt. Warum tut sie das?

Wir als Allianz glauben, dass wir nur gemeinsam mit anderen in der Lage sein werden, Standardsoftware so zu etablieren, dass wir uns dauerhaft gegen Angebote von anderen Unternehmen behaupten können.

Sie haben berichtet, dass Sie diese Open-Source-Software über das Unternehmens Syncier anbieten und haben sich hier auch Partner mit ins Boot geholt. Warum sind Sie diesen Schritt gegangen?

Es ist für andere Versicherungsunternehmen immer noch ein bisschen schwierig, bei einem Konkurrenten wie der Allianz zu kaufen. Es besteht die Angst vor eine Übernahme durch die Allianz als großes Unternehmen. Nachdem wir jetzt Microsoft als Partner bekanntgegeben haben, wird es jetzt weitere Partner geben. Dann ist die Allianz nicht mehr in der Mehrheit und die Sorge, dass die Allianz da eine zu dominante Position einnimmt, hoffen wir damit ein wenig zu reduzieren.

Wie reagiert die Konkurrenz darauf, eine Software von der Allianz zu nutzen und wo liegen die Vorteile?

Der Vorteil ist, dass die Software von einem Versicherungsunternehmen kommt, das weiß, worüber es redet. Wir machen seit 128 Jahren Versicherungen und haben daraus eine Software entwickelt und nicht umgekehrt, wie es viele andere Hersteller machen, die aus anderen Branchen kommen und einfach mal eine Versicherungs-Software bauen. Das ist unser Vorteil. Zudem sind wir in der Lage, Modelle anzubieten, die nicht auf reiner Lizenz-Preispolitik beruhen. Wir machen den Versicherungsunternehmen ein Angebot pro Police, die sie auf der Plattform haben. Das ist gerade bei der Einführung deutlich günstiger, weil man nicht zu Beginn einen großen Eurobetrag investieren muss, sondern das über die Laufzeit alles intelligent verteilen kann.

Die ABS Enterprise Edition nutzt die Allianz selber schon lange. Was können andere Unternehmen davon nutzen?

Die Plattform steht mit allen Funktionalitäten auch unseren Wettbewerbern und Partnern zur Verfügung. Es wäre kontraproduktiv, wenn wir sagen, die Allianz hat jetzt hier die Goldlösung und von dieser Lösung erhält ein anderes Versicherungsunternehmen nur 70 oder 80 Prozent. Deswegen sind wir tatsächlich so offen. Unsere ersten Kunden nutzen bereits die ABS Enterprise Edition und alle dort enthaltenen Services.

Auf der Plattform befindet sich ein offener Marktplatz, wo Value Added Services angeboten werden, auch von Unternehmensfremden. Was verspricht sich denn die Allianz davon? Wo liegt hier der Vorteil?

Wir glauben, dass wir zwar ziemlich gut sind, aber dass es auch andere Unternehmen gibt, die super Ideen haben. Seien es andere Versicherer, Start-ups oder Integratoren. Wenn diese intelligente Services haben, die sie anderen Kunden zugänglich machen wollen, dann ist dieser Marktplatz genau das Vehikel. Wir laden alle Partner ein, dort auch intelligente Value Added Services unterzubringen.

Dankeschön.

Zum Messekongress IT in Versicherungen hat Axel Kotulla die Allianz-Plattform vorgestellt. Den Vortrag in voller Länge sehen Sie hier.

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Bärbel Büttner
Bärbel Büttner unterstützt als Referentin für Social Media seit 2013 das Team "Unternehmenskommunikation, Wissensportal und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig. Ihr Schwerpunkt liegt in der Betreuung und Entwicklung der Social-Media-Präsenz der Versicherungsforen Leipzig. Dabei ist sie u.a. für die redaktionelle Betreuung des »Fachblogs für die Assekuranz« zuständig.