Rund 438 Millionen Verträge hielt die deutsche Versicherungswirtschaft, Angaben des GDV zufolge, 2018. Das entspricht knapp einem Prozent mehr als 2017 und setzt das zwar langsame, aber kontinuierliche Wachstum der letzten Jahre fort. Mit diesen Verträgen generierte die Versicherungswirtschaft 2018 Beitragseinnahmen in Höhe von 202,4 Milliarden EUR, ein Plus von ca. 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Geleistet wurden nach vorläufigen Angaben des GDV 177,87 Milliarden EUR.

Am häufigsten finden sich in deutschen Haushalten Verträge über eine private Haftpflichtversicherung– gut 83 Prozent verfügen über eine solche – gefolgt von der Kfz-Versicherung, über die gut 81 Prozent der deutschen Haushalte verfügen.

Im Beitrag gehe ich noch auf weitere Zahlen und Fakten bezüglich des deutschen Versicherungsmarkts ein und zeige dessen Status quo und die Entwicklungstendenzen.

Anzahl Marktteilnehmer bleibt stabil

Anders als in den Vorjahren gab es 2018 keine Änderungen bei der Anzahl der Versicherungsunternehmen auf dem deutschen Markt. 528 Erst- und Rückversicherer sowie Pensions- und Sterbekassen standen am 31.12.2018 unter deutscher Bundesaufsicht, wie das Statistische Taschenbuch des GDV ausweist.

Mehr als ein Drittel der Unternehmen ist im Schaden- und Unfallgeschäft tätig. Die Zahl der Anbieter entwickelt sich jedoch rückläufig und sank auch 2018 um ein Unternehmen auf 199 Vertreter.

Die überwiegende Mehrheit der Versicherungsunternehmen ist als Aktiengesellschaft oder Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit organisiert. Der GDV weist für 2017 272 AGs sowie 243 VVaG aus.

Die meisten Versicherungsunternehmen sind in Nordrhein-Westfalen beheimatet, gefolgt von Bayern. Baden-Württemberg und Niedersachsen folgen mit der gleichen Unternehmensanzahl auf Platz drei. In Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern hat hingegen kein Versicherungsunternehmen seinen Stammsitz.

Von ausländischen Erstversicherungsunternehmen betreiben 19 Vertreter im Lebenbereich und 67 Vertreter im Nichtlebenbereich Niederlassungsgeschäft. Im Dienstleistungsgeschäft sind 823 ausländische Erstversicherer am deutschen Markt zu finden.

Vertragsbestand wächst kontinuierlich

Rund 438 Millionen Verträge hielt die deutsche Versicherungswirtschaft, Angaben des GDV zufolge, 2018. Das entspricht knapp einem Prozent mehr als 2017 und setzt das zwar langsame, aber kontinuierliche Wachstum der letzten Jahre fort. Auf den Kompositbereich entfällt dabei mit etwa 72 Prozent traditionell der größte Anteil der Verträge. Im Lebenbereich geht der Vertragsbestand hingegen seit Jahren zurück, der letzte Höchststand war hier 2007 mit  97,2 Millionen Verträgen zu verzeichnen.

Bei der Versicherungsdichte und -durchdringung gab es in Deutschland 2018 keine großen Änderungen zum Vorjahr. Angaben des GDV zufolge gaben die Deutschen 2018 rund 2.438 EUR pro Kopf für Versicherungen aus, was einem Anstieg von 46 EUR gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Die Versicherungsdurchdringung ging leicht zurück von 6,04 Prozent im Jahr 2017 auf 5,98 Prozent im Jahr 2018.

Zwischen den Haushalten existieren allerdings große Unterschiede bezüglich des Risikoschutzes durch Versicherungen, wie eine Auswertung von Zahlenmaterial des Statistischen Bundesamtes durch den GDV zeigt. So verfügen jüngere Menschen, Menschen mit geringerem Bildungsabschluss sowie Menschen mit geringerem Einkommen auch über weniger Versicherungen. So besitzen beispielsweise 95 Prozent der Haushalte mit höherem Einkommen eine private Haftpflichtversicherung, die verbreitetste Versicherung in Deutschland, aber weniger als zwei Drittel der Haushalte mit niedrigerem Einkommen. Ebenso zeigen sich große Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Beitragswachstum auch im Bereich Leben

Im vergangenen Jahr wurden bei den Versicherern Beitragseinnahmen in Höhe von 202,4 Milliarden EUR erzielt, 2017 waren es 198 Milliarden EUR, was einem Wachstum von 2,2 Prozent entspricht, wie der GDV ausweist. Das Beitragswachstum reiht sich damit in den Trend der letzten Jahre ein.

Die privaten Krankenversicherer erzielten ein Beitragswachstum im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von 1,8 Prozent und konnten somit ihre Beiträge von 39 Milliarden EUR auf 39,8 Milliarden EUR steigern. Ihr starkes Vorjahreswachstum von 4,8 Prozent konnten sie jedoch im Gegensatz zur Kompositversicherung nicht halten. Diese baute ihre Beitragseinnahmen 2018 weiter aus und folgt dem wachsenden Trend der letzten Jahre: Während die Kompositversicherer 2015 ein Wachstum von 2,7 Prozent verzeichneten, betrug dieses 2016 bereits 2,9 Prozent und 2017 3,1 Prozent. Im vergangenen Jahr steigerten sie ihre Beitragseinnahmen um 3,4 Prozent auf den bisherigen Höchstwert von 70,7 Milliarden EUR. Auch die Lebensversicherer konnten im vergangenen Jahr ein Wachstum verzeichnen und erzielten Beitragseinnahmen in Höhe von 92 Milliarden EUR. Damit übertreffen sie ihre im Vorjahr stagnierenden Beitragseinnahmen um 1,5 Prozent.

Trotz der zuletzt schwächelnden Position der Lebensversicherer machen ihre Beitragseinnahmen noch immer den größten Anteil am Gesamtgeschäft aus. Ihr Anteil betrug 2018 45,4 Prozent, was einem leichten Rückgang um 0,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017 bedeutet. Mit 34,9 Prozent Anteil an den Beitragseinnahmen folgt die Sparte der Kompositversicherung, was einem Wachstum von 0,4 Prozent entspricht. Der Anteil der Privaten Krankenversicherung an den Beitragseinnahmen stagniert auf dem Vorjahreswert von 19,7 Prozentpunkten.

Ausgezahlte Leistungen in der Erstversicherung 2018 wieder gestiegen

Während die deutschen Erstversicherer im Jahr 2017 noch einen Rückgang der ausgezahlten Leistungen an ihre Kunden um rund 5,7 Prozent verzeichneten, sind die ausgezahlten Leistungen im vergangenen Jahr wieder gestiegen. 2018 wurden 159,9 Milliarden EUR an die Kunden der Versicherer ausgezahlt, was einem Wachstum der ausgezahlten Leistungen um 3,7 Prozent entspricht. Insgesamt wurden in der Erstversicherung 2017 217,2 Milliarden EUR ausgegeben. Für 2018 finden sich noch keinen Angaben beim GDV.

Treiber für den letztjährigen Rückgang der ausgezahlten Leistungen war die Sparte der Lebensversicherer. Die ausgezahlten Leistungen lagen hier 2017 mit 76,9 Milliarden EUR etwas mehr als elf Milliarden EUR unter dem Vorjahresniveau. Im Jahr 2018 wurde jedoch ein Wachstum verzeichnet, sodass die Sparte ihre ausgezahlten Leistungen um 1,9 Milliarden EUR im Vergleich zum Vorjahr erhöht hat.

Die Verteilung der ausgezahlten Leistungen wird von den Lebensversicherern mit einem Anteil von 49,3 Prozent angeführt, gefolgt von der Schaden-/ Unfallversicherung (32,8 Prozent) und der Krankenversicherung (17,9 Prozent).

Der Beitrag ist ein Ausschnitt aus dem Themendossier Versicherungsmarkt Deutschland. Dieses erschien Ende Oktober und ist für unsere Forenpartner kostefrei abrufbar. In diesem betrachten wir u. a. auch den internationalen Versucherungsmarkt und nehmen die Marktführer unter die Lupe.

Einen ausführlichen Überblick zum Versicherungsmarkt Deutschland finden Sie in unserem Themendossier!

Magdalena Dröse
Magdalena Dröse unterstützt seit 2013 das Team „Unternehmenskommunikation und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig. Neben ihren redaktionellen Tätigkeiten für das Online-Wissensportal und die Themendossiers der Versicherungsforen Leipzig, ist sie für die Betreuung der Forenpartner verantwortlich. Zudem unterstützt sie die Fachteams bei der Erstellung von Studien und Whitepapern.