Durch die Digitalisierung und Globalisierung unterliegen Unternehmen einem ständigen technischen, wirtschaftlichen und sozialen Wandel, der zu Veränderungen auf allen Geschäftsebenen führt. Betroffen sind unter anderem die Produkte und Leistungen, die verfügbaren Ressourcen wie auch die Beziehung zu den Kunden und Kooperationspartnern. Um als Unternehmen langfristig erfolgreich zu sein, ist es wichtig, sich auf diesen permanenten Wandel einzulassen und ihn als Chance zur Entwicklung zu begreifen. Für die Erhöhung der Erfolgswahrscheinlichkeit und das Durchsetzen gegen die Konkurrenz ist die Innovationskraft eines Unternehmens ein unabdingbarer Wettbewerbsfaktor. Besonders entscheidend für die Entwicklung einer solchen Innovationskraft und der damit zusammenhängenden Planung und Umsetzung von Innovationen ist die Innovationsstrategie.

Dieser Beitrag setzt sich mit dem Begriff Innovationsstrategie auseinander und möchte die Frage beantworten, wie sich Versicherer strategisch dem Thema Innovationen nähern können.

Innovationen als Wettbewerbsvorteil

Die Innovationsstrategie ist Teil der Unternehmensstrategie. Mit Hilfe dieser legt das Unternehmen fest, welche Ressourcen es verwenden möchte, um Innovationen zu erzielen. Zudem wird in der Innovationsstrategie dargestellt, in welchem Rahmen die Entwicklung von Innovationen stattfinden soll und wie die Ressourcen eingesetzt werden können. Für die Entwicklung einer Strategie ist das Innovationsmanagement zuständig. Dieses konzipiert, wie der Innovationsprozess von der Ideenfindung bis zur Etablierung der Innovation im Unternehmen und im Markt gestaltet werden kann. In der fünften Umfrage des Insight-Expertennetzwerks zum Thema Innovationsmanagement in der Assekuranz gaben mehr als 64 Prozent der befragten Versicherer und Dienstleister an, dass sie über ein internes Innovationsmanagement verfügen.

Wenn eine Strategie des Innovationsmanagements erfolgreich im Unternehmen verankert werden soll, ist es als erster Schritt bedeutsam, das richtige Umfeld für eine Etablierung zu schaffen. Dabei spielt die Unternehmenskultur, bzw. in diesem Fall die Innovationskultur, eine wesentliche Rolle. Ein positives Umfeld für neue Ideen ist unabdinglich, um eine entwickelte Strategie erfolgreich umzusetzen. Das bedeutet, dass eine Offenheit der Mitarbeiter und des Managements gegenüber Neuerungen geschaffen werden muss und Experimentierfreude herrscht. Eine Maßnahme, um eine positive Innovationskultur zu schaffen, ist beispielsweise das Zugeständnis des Vorstands, dass eingebrachte Ideen der Mitarbeiter ernst genommen und trotz zusätzlichen Kostenaufwands umgesetzt werden.

Status quo in der Assekuranz

Obwohl in einer aktuellen Insight-Umfrage die Mehrheit der Befragten die Innovationskraft eines Versicherungsunternehmens als sehr wichtig empfindet, gibt es in der Entwicklung der dazugehörigen Strategie noch dringenden Handlungsbedarf. 32,1 Prozent der Versicherer sehen sich im Bereich Innovationsstrategie im Vergleich zu ihren brancheninternen Wettbewerbern als schlechter aufgestellt, 10,7 Prozent sogar als sehr viel schlechter. Nur ein kleiner Anteil bewertet die eigene Position als besser (17,9 Prozent) oder sehr viel besser (3,6 Prozent). Die Dienstleister sehen die Situation noch kritischer – sie empfinden die Versicherer im Vergleich zu Wettbewerbern im Bereich Innovationsstrategien mit 57,1 Prozent als schlechter aufgestellt.

 

Um diese Situation zu verändern, empfiehlt es sich, der Innovationsstrategie mehr Aufmerksamkeit zu schenken und diese deutlicher in die Unternehmensstrategie zu integrieren. Für die organisatorische Verankerung der Innovationsstrategie schlägt Justus Lücke, Geschäftsführer der Versicherungsforen Leipzig, vor, dass Versicherer ihre Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen in Projektgruppen organisieren und einen Vertreter aus dem Projektmanagement als Moderator zur Verfügung stellen. Das verschiedene Fachwissen bietet ein hohes Synergiepotenzial und neue Ideen für Problemstellungen können entwickelt werden. Zudem empfiehlt er das Prinzip der Leuchttürme, nachdem erst in kleinen Einzelbereichen mit der Innovationsstrategie begonnen wird, um die Mitarbeiter nach und nach für das Thema zu begeistern.

Es gibt noch viele weitere Maßnahmen, wie Versicherer sich strategisch dem Thema Innovation nähern können. Wichtig ist ein langsames, iteratives Vorgehen, das über klare, aber nicht dogmatische Zielbilder verfügt. So kann der Versicherer seine Mitarbeiter durch Einbindung langsam zu Promotoren der Innovationsstrategie ausbilden.

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Kristin Jost
Kristin Jost unterstützt als Werkstudentin seit 2019 das Team „Unternehmenskommunikation, Wissensportal und Partnerbetreuung“ der Versicherungsforen Leipzig. Die redaktionelle Betreuung des Fachblogs, wie auch die statistische Auswertung der Onlinepräsenz gehören zu ihren zentralen Aufgaben.