Die Verfolgung von Regressen ist ein ungeliebtes und aktuell eher stiefmütterlich behandeltes Thema bei Versicherern. Dabei birgt eine gut aufgestellte Regressbearbeitung ein deutliches Einsparpotenzial bei der Schadenhöhe. Wo die Stellhebel dieses Potentials genau liegen, haben wir Eyup Koc, Abteilungsleiter Regress, Westfälische Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft, gefragt

Im Interview mit Eyup Koc

Im Interview mit Eyup Koc

Abteilungsleiter Regress, Westfälische Provinzial Versicherung Aktiengesellschaft

 Am 4. November hält Eyup Koc  auf dem Erfahrungsaustausch „Regressbearbeitung in der Sachversicherung“ einen Vortrag und gibt einen Einblick wie sich die Regresserlöse steigern lassen.

Herr Koc, Sie eröffnen am 4. November den Erfahrungsaustausch „Regressbearbeitung in der  Sachversicherung“ mit Best Practices aus Ihrem Haus. Worüber werden Sie sprechen?

Ich habe für meinen Vortrag den Titel „Steigerung der Regresserlöse durch  Spezialisierung“ gewählt, weil ich glaube, dass die Versicherungswirtschaft durch kleinere Anpassungen innerhalb der Organisation und der Prozesse die Regresserlöse – insbesondere in Sach – dauerhaft steigern kann. Ich möchte aus meiner Erfahrung bei der Umsetzung dieser Idee in unserem Hause sprechen.

Aber mal ehrlich, wirklich hipp ist das Thema nicht?! Was macht es so wichtig und aktuell?

Jeder Versicherer ist auf der Suche nach zusätzlichen Ertragsquellen. Bei der aktuellen Zinssituation und dem starken Wettbewerb im Kompositbereich ist die  Steigerung von Regresserlösen eine sehr  gute Möglichkeit, die Schadenaufwände dauerhaft zu reduzieren.

Die allgemeinen Erfolgsstellhebel bei der Regresserkennung, Anspruchssicherung und -durchsetzung sind bekannt. Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste Stellhebel?

Meines Erachtens kommt es ganz stark darauf an, frühzeitig in die  Regressprüfung einzusteigen. Nur dann  hat man die Möglichkeit, für die  Regressdurchsetzung wichtige Informationen zu beschaffen und zu sichern. Durch die schnelle Einbindung von internen und externen  Sachverständigen kann die regressrelevante Dokumentation und Beweissicherung beauftragt und begleitet werden. Wir haben unsere Prozesse so gestaltet, dass wir zeitnah zur Schadenanlage mit der Regressprüfung beginnen können. Des Weiteren ist die Spezialisierung der Regress-Sachbearbeiter und -Sachbearbeiterinnen sehr wichtig, um schnelle und schlanke  Prozesse zu bekommen.

Vielen Dank! 

Was sind aus Ihrer Sicht wichtige Stellhebel? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!

Erfahrungsaustausch "Regressbearbeitung in der Sachversicherung"

Die Teilnehmer dürfen sich auf Praxis- und Expertenbeiträge, Workshops und interaktive Austauschformate freuen. Dabei werden auch die Themen der Teilnehmer aufgegriffen und diskutiert.

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Kathleen Joost
Seit 2007 ist Kathleen Joost bei den Versicherungsforen Leipzig tätig und hat in der Vergangenheit verschiedene Unternehmensbereiche verantwortet. So leitete sie u.a. bis Ende 2011 den Bereich "Redaktion, Wissensportal und Partnerunternehmen". In den vergangenen drei Jahren lag ihr Fokus in der Betreuung und Weiterentwicklung der beiden Großveranstaltungen Partnerkongress und Messekongress „Schadenmanagement & Assistance“.

Seit Januar 2016 ist Kathleen Joost Leiterin des Kompetenzteams „Antrag, Vertrag und Schadenmanagement“. In dieser Rolle ist Sie zudem fachliche Leiterin des Messekongresses "Schadenmanagement & Assistance".