Sport (Adidas), Mode (Dolzer), Spielzeug (LEGO), Automotive (LocalMotors), Haushaltsgeräte & Konsumgüter (P&G, Tchibo), Drogerieartikel (DM), Lebensmittel (Haribo), Software (Topcoder), Pharma (Eli Lilly): Dies sind nur einige Beispiele für Branchen (Unternehmen), in denen – teilweise seit fast 20 Jahren – mittels digitaler Ideation-Kampagnen Nutzer erfolgreich und systematisch als Innovatoren fungieren. Sicher, Versicherungen sind kaum so stark emotionalisierbar wie Sport, Spielzeug oder Autos. Aber besteht hier wirklich ein messbarer Unterschied zur Herstellung chemischer Substanzen oder technischer Software? Was würde der Einsatz digitaler Ideation-Kampagnen überhaupt bedeuten? Digitale Ideation-Kampagnen sind in der Tat eine weit verbreitete Methode für eine intensive Nutzerintegration in frühen Innovationsphasen. Die Ideation-Kampagne fokussiert auf ein konkretes Entwicklungsfeld (z. B. ein Nutzer-Problem oder eine Technologie). Dieses Entwicklungsfeld wird in einem zeitlich begrenzten Prozess zielgerichtet bearbeitet. Dabei stehen das Hervorbringen einer großen Anzahl von Ideen sowie ihre Weiterentwicklung bis zu einem im Vorhinein bestimmten Reifegrad im Zentrum. Zukünftige Nutzer können sich bei dieser Methode mit konkret beschriebenen Problemen, als Ideengeber, Entwickler oder Evaluator aktiv einbringen.

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Digitale Ideation-Kampagnen vernetzen ihre Teilnehmer systematisch mittels spezieller social Software über das Internet. Systematisch bedeutet in diesem Zusammenhang einerseits, die individuelle Kreativität optimal zu stimulieren und mit digitalen Werkzeugen Freiräume zu schaffen, in denen sich Ideengeber gegenseitig und zeit- und ortsunabhängig bereichern. Andererseits werden Strukturelemente eingesetzt, um eine hohe Zielorientierung der Kampagne mit Blick auf das gewählte Entwicklungsfeld zu erreichen.

Nutzen von digitalen Ideation-Kampagnen:

  • massive Teilnahme ist möglich
  • Digitales kann direkt im Netz von der Idee über Konzept und Prototyp bis zum MVP (minimum viable product) entwickelt werden.
  • Die Koordination mehrerer Zielgruppen und Entwicklungsfelder kann parallel erfolgen.
  • Eine Vielzahl neuer Ansätze kann entstehen – in Abhängigkeit von Teilnehmeranzahl und Involvement (beim Google 10100 Contest waren es über 150.000 Ideen).
  • Dank Crowdsourcing stellt auch eine offline nicht mehr verarbeitbare Vielzahl neuer Ideen kein Problem mehr dar.
  • Mitmachen erhöht die Akzeptanz der Ergebnisse in der Zielgruppe nachhaltig.
  • Mitmachen fördert die Akzeptanz für Veränderung in der Teilnehmergruppe.
  • Digitale Kompetenzen werden durch die Einführung und Nutzung digitaler Tools gefördert.

Zusammenfassend zeigt sich also, dass unter aktiver Einbeziehung der „Crowd“ durch digitale Ideation-Kampagnen zahlreiche innovative Ideen für Unternehmen gewonnen werden können, um daraus neue Produktkonzepte oder sogar Geschäftsmodelle zu entwickeln.

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Hagen Habicht
Dr. Hagen Habicht ist seit Juli 2016 Geschäftsführer und Mitgründer der Digital Impact Labs Leipzig GmbH. Nach dem Studium der interkulturellen BWL an den Universitäten Jena und Paris Val de Marne promovierte er an der TU München zum Thema Stakeholder Management. Seit 2009 war er am Center for Leading Innovation & Cooperation (CLIC) der HHL tätig, seit 2011 als dessen Leiter. Seit seiner Promotion beschäftigt er sich mit dem Thema Open Innovation. Dabei steht das Innovieren über Abteilungs- und Organisationsgrenzen im Zentrum. Die Gestaltung der DI Labs folgt seinen Erkenntnissen aus Innovationsprojekten in verschiedensten Branchen. Es ermöglicht den beteiligten Versicherern kundenzentriertes Innovieren in agilen, datenbasierten Prozessen.