153,9 Milliarden EUR zahlten deutsche Versicherer ihren Kunden aus, womit die ausgezahlten Leistungen der Versicherungswirtschaft um rund sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr sanken. Demgegenüber stehen Beitragseinnahmen von rund 198 Milliarden EUR. Angaben des GDV zufolge betrug das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr 1,9 Prozent. Damit gehört die deutsche Versicherungswirtschaft zu den umsatzstärksten Branchen des Landes.

Doch trotz dieser durchaus erfreulichen Zahlen, befinden sich die Beschäftigungszahlen der deutschen Assekuranz seit Jahren im Sinkflug.

Die Assekuranz als Arbeitgeber in Zahlen

Bereits zum achten Mal in Folge sank die Zahl der Beschäftigten in Versicherungsunternehmen auf zuletzt weniger als 205.000 Mitarbeiter. Im Jahr 1992 verzeichnete die Versicherungsbranche den letzten Höchststand mit rund 260.000 Beschäftigten. Am deutlichsten sank im letzten Jahr mit rund fünf Prozent der Anteil der Beschäftigten im Außendienst. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit wird sich dieser Trend auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Betrachtet man den Beschäftigungsmarkt in Deutschland insgesamt, so zeigt sich, dass der Trend der Beschäftigungssituation in der Versicherungswirtschaft nicht der derzeitigen Situation am Arbeitsmarkt entspricht, denn hier steigt die Gesamtzahl der Beschäftigten in nahezu allen Wirtschaftsbereichen.

 

Beschäftigte* in Versicherungsunternehmen im Zeitverlauf (in Tausend)

* ohne Mitarbeiter in passiver Altersteilzeit, Stand am 31.12
1) Kaufleute für Versicherungen und Finanzen, allgemeine Büroberufe u.a.
Quelle: GDV Statistisches Taschenbuch 2018, AGV/BA

Auch die Zahl der Abzubildenden ist rückläufig. Obwohl sich die Mitarbeiter und Auszubildenden, besonders nach der Tariferhöhung des letzten Jahres, finanziell nicht beklagen können, bleiben Stellen weiterhin offen. Die durchschnittliche monatliche Ausbildungsvergütung eines Kaufmanns bzw. einer Kauffrau für Versicherungen und Finanzen liegt mit 1.028 Euro im oberen Bereich. Im Jahr 2017 betrug die Zahl der Auszubildenden in der Versicherungswirtschaft 11.100, 2002 waren es noch mehr als 16.000 Azubis. Zeitgleich geht auch die Ausbildungsquote leicht zurück. Rund sechs Prozent aller ausgeschriebenen Ausbildungsstellen blieben im Jahr 2016 unbesetzt. Gleichzeitig wurde jedes zehnte Ausbildungsverhältnis vorzeitig abgebrochen. Den Hauptgrund stellt hierbei die fehlende Eignung der Bewerber dar.

Doch woran liegt das? Insgesamt hat die Versicherungsbranche ein eher negativ geprägtes Image: Langweilige Aufgaben, endlose Zahlenreihen und eine Außenwirkung, die auf mögliche Bewerber eher unsexy erscheint.  Dass die Arbeit bei einer Versicherung auch spannend und kreativ sein kann, beweist die LV 1871. Bei dem Versicherer betreuen zwei Azubis sehr erfolgreich die verschiedenen Instagram-Accounts des Unternehmens und gewähren dabei zahlreiche spannende Einblicke in den durchaus aufregenden Alltag eines Versicherungsunternehmens. Auch bei Themen wie der Work-Life-Balance oder der Jobsicherheit, welche insbesondere für Berufseinsteiger interessant sind, schneidet die Assekuranz sehr gut ab. Flexible Arbeitszeitmodelle, gute Aufstiegschancen und eine überdurchschnittliche Zufriedenheit der Mitarbeiter sind ebenfalls Eigenschaften, welche die Branche auszeichnen. Trotzdem lassen sich Berufseinsteiger nur schwer für die Arbeit in der Assekuranz begeistern. Die Aktion der LV 1871 scheint ein guter Ansatz zu sein, um dem entgegen zu wirken. Vielleicht bedarf es weiterer solcher authentischen Bemühungen, um die Versicherer als Arbeitgeber in ein besseres Licht zu rücken.

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zur Studie
Felix Göres
Felix Göres ist seit Dezember 2017 im Team „Unternehmenskommunikation und Partnerbetreuung“ der Versicherungsforen Leipzig als Werkstudent tätig. Er unterstützt die redaktionelle Pflege der Website sowie die Betreuung der Forenpartner und ist für die statistische Auswertung der Onlinepräsenz zuständig. Von dem Jahr 2016 bis Sommer 2018 absolvierte Felix Göres sein Bachelorstudium der Soziologie an der Universität Leipzig. Parallel studiert er seit 2017 Wirtschaftswissenschaften an der Universität Leipzig.