Nach Schätzungen des Verbands der pyrotechnischen Industrie werden zu Silvester 2018 voraussichtlich rund 137 Millionen Euro für Böller und Raketen in Deutschland ausgeben. Diese stammen zu einem Großteil aus der Hauptstadt des Feuerwerks, der südostchinesischen Stadt Liuyang. Hier wird mehr als die Hälfte der weltweit verkauften China-Böller, Heuler und Feuerwerksraketen hergestellt. Silvester feiert das Land der Mitte im Kreise der Familie oder mit Freunden ohne Feuerwerk. Das gibt es dann erst zum chinesischen Neujahrsfest, das nach dem traditionellen Mondkalender gefeiert wird und in 2019 auf den 5. Februar fällt. Beim Neujahrsfest kommt das Land praktisch zum Stillstand, denn viele Chinesen reisen in ihre Heimatdörfer. Zum Neujahrsfest findet für die Stadt Liuyang auch das ganz große Geschäft statt: Mehr als 200.000 Tonnen Feuerwerkskörper haben die Chinesen wohl allein zur Begrüßung des neuen Jahres in die Luft geschossen. Das Europageschäft der Stadt ist nicht einmal halb so groß. Im Nachbarland Japan wird die Silvesternacht ebenfalls ruhiger verbracht. Mit einem großen Hausputz, nicht mit Raketen, werden böse Geister vertrieben. Um Mitternacht ertönen dann von allen Tempeln 108 Glockenschläge, die an 108 Sünden, Begierden und Laster mahnen. 

Silvester in Europa 

Wie die Chinesen und Japaner lassen auch die Franzosen das neue Jahr ganz entspannt angehen. Hier steht das Abendessen mit Familie und Freunden im Zentrum des Geschehens. Teilweise ist die Böllerei wohl sogar untersagt. In Italien boomt vor Neujahr das Geschäft mit roten Unterhosen, denn die versprechen Glück und Erfolg im neuen Jahr. Noch mehr Glück, vor allen in Gelddingen, verspricht dann das traditionelle Neujahresessen, Schweinshaxe mit Linsen. Was in Italien die rote Unterhose ist, ist in Spanien die Weintraube, die Glück bringen soll. Mit jedem Glockenschlag steckt man sich um Mitternacht eine Traube in den Mund. Aber Vorsicht! Wer sich verzählt, dem droht im neuen Jahr Unheil. In Tschechien versucht man zum Jahreswechsel einen Blick in die Zukunft zu werfen. Neben Bleigießen dient hier auch das Kerngehäuse eines halbierten Apfels als Orakel. Wie in Italien werden Linsen serviert, die hier ebenfalls Geld symbolisieren. Auch in Griechenland spielt das liebe Geld zum Neujahrswechsel eine ganz zentrale Rolle, denn Silvester wird Zuhause oder in Casinos bis in die frühen Morgenstunden gezockt. Reichtum und Gesundheit erhofft man sich in Bulgarien durch Schläge auf den Rücken. In der Silvesternacht und am Neujahrstag gehen Kinder von Haus zu Haus und schlagen mit dem «Surwatschka», einem bunt geschmückten Ast des Kornelkirschbaums, den Bewohnern auf den Rücken. In Schottland wird zum Jahreswechsel kräftig gezündelt. Mit Feuerfesten und traditioneller Kost, wie Haggis (die mit Gehacktem und Innereien gefüllten Schafsmägen), wird das neue Jahr eingeläutet. 

Silvester in Nord- und Südamerika 

Dass die USA ein Einwanderungsland sind, merkt man vor allem an den Bräuchen, denn auch hier werden zu Silvester gerne Linsen oder Linsensuppe gegessen. In Teilen Pennsylvanias gehört das Sauerkraut zu den Traditionsgerichten. Zudem darf man am ersten Neujahrestag nicht das Haus verlassen, da einem sonst Unglück droht. In Südamerika wird das Neujahr bei hochsommerlichen Temperaturen begangen. In Argentinien wird mit Freunden und Familie gekocht. Sobald die Uhr zwölf schlägt, bricht, ähnlich wie bei uns Deutschen, ein Feuerwerk los. Mit Sekt wird auf das neue Jahr angestoßen. In Ecuador bastelt man aus Sägemehl große Puppen. Diese stellen weniger rühmliche Personen des Zeitgeschehens dar und werden um Mitternacht mit Feuerwerkskörpern angezündet. Somit soll alles Schlechte verschwinden und Platz für Neues machen. In Chile setzt man, wie schon in Italien, auf die Macht der Unterwäsche. Mit roten Dessous signalisiert die Chilenin ihrem Partner Leidenschaft. Sofern sie noch auf der Suche ist, setzt sie in der Silvesternacht auf rosafarbene Unterwäsche. Gelb trägt man bei finanziellen Belangen. In Brasilien trägt man zum Jahreswechsel weiße Kleidung, denn die zieht Glück und Frieden an. Zudem werden Blumen in das Meer geworfen und Kerzen angezündet. Wie auch bei den Chilenen spielen die Farben rot, gelb und weiß eine Rolle. Rote Kerzen stehen für die Liebe, weiße für den Frieden und gelbe Kerzen für den Reichtum. Sicherlich haben auch Sie den ein oder anderen spannenden Brauch zum Jahreswechsel. Schreiben Sie uns gern! Wir wünschen Ihnen einen guten Rutsch in ein erfolgreiches Jahr 2019! Bleiben Sie gesund!

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Bärbel Büttner
Bärbel Büttner unterstützt als Referentin für Social Media seit 2013 das Team "Unternehmenskommunikation, Wissensportal und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig. Ihr Schwerpunkt liegt in der Betreuung und Entwicklung der Social-Media-Präsenz der Versicherungsforen Leipzig. Dabei ist sie u.a. für die redaktionelle Betreuung des »Fachblogs für die Assekuranz« zuständig.