Die Digitalisierung stellt Unternehmen in den unterschiedlichen Branchen vor neue Herausforderungen. Auch vor Versicherern und Versicherungsdienstleistern macht der digitale Wandel keinen Halt. Sie müssen jetzt schnell reagieren und einen Weg finden, ihr Geschäft auf die neuen technologischen Rahmenbedingungen abzustimmen. Das gelingt jedoch nur, wenn nicht nur Strukturen angepasst, sondern auch die Menschen im Unternehmen mitgenommen werden.

Die Zeiten, in denen Versicherer sich auf ein langes Bestehen und einen großen Namen auf dem Markt verlassen konnten, sind vorbei. Die Digitalisierung schafft einen Paradigmenwechsel: Durch innovative und digitale Angebote können auch immer mehr neue Player effektiv Kunden binden. Besonders die jungen Generationen Y und Z haben eine geringe Hemmschwelle, ihre Versicherungen auch bei unbekannten Anbietern abzuschließen. Während etablierte Versicherer ihre Strukturen mühsam auf die neuen Technologien umstellen müssen, nutzen die neuen Wettbewerber die Chance: Sie bauen ihre Geschäft von Anfang an kundenzentriert und digital auf.

Versicherer, die ihr bestehendes Geschäftsmodell dem digitalen Trend anpassen, stehen noch vor einer weiteren großen Hürde: Der Wandel gelingt nur, wenn die Mitarbeiter mit an Bord sind. Denn mit der Digitalisierung verändert sich die Arbeitswelt der Mitarbeiter. Ganz andere Herausforderungen warten im Arbeitsalltag: Ob es der Umgang mit digitalen Devices ist oder neue Prozessstrukturen – Die Veränderungen sorgen oftmals für Verunsicherung. Nur wenn die Mitarbeiter sich auf das Projekt „Digitalisierung“ einlassen, besteht die Chance auf Erfolg. Dafür ist es besonders wichtig, Unsicherheiten frühzeitig zu nehmen und Widerstände abzubauen. Damit das funktioniert, müssen Versicherer überlegt vorgehen:

 

Offene Kommunikation

Ein offener Umgang mit dem Thema Digitalisierung und ein kontinuierlicher Informationsfluss schaffen Klarheit. Mitarbeiter können den Veränderungsprozess besser nachvollziehen und müssen sich nicht auf Gerüchte verlassen. Das wiederum steigert das Sicherheitsgefühl.

 

Projektteams

Die Gründung von Projektteams gibt Mitarbeitern die Chance, den Wandel aktiv und eigenverantwortlich mitzugestalten. So können sie den Prozess der Digitalisierung leichter nachvollziehen und werden Botschafter des Wandels für die ganze Belegschaft. Dadurch steigt unternehmensweit das Vertrauen.

 

Genrationsübergreifendes Arbeiten

Eine weitere Herausforderung ist der Generationenkonflikt: Auf der einen Seite stehen die Babyboomer, die ohne digitale Medien und Prozesse aufgewachsen sind, auf der anderen Seite die Digital Natives. Letztere können oft nur schwer nachvollziehen, dass der Einsatz neuer Medien ältere Kollegen herausfordert. Unternehmen sollten sich dieses Konflikts bewusst sein und ihn für sich nutzen. So können beispielsweise unter dem Stichwort „Reverse Mentoring“ junge Kollegen die ältere Generation in Sachen Digitalisierung schulen.

 

Qualifizieren

Es empfiehlt sich, Mitarbeiter durch Schulungen auf die Digitalisierung vorzubereiten. Das gibt ihnen die Chance, sich theoretisch mit den Technologien auseinanderzusetzen. Wichtig ist es auch, den Umgang in der Praxis zu fördern. Denn nur wer sich auskennt, nutzt neue digitale Tools.

Wer diese Handlungsempfehlungen berücksichtigt, ist dem erfolgreichen digitalen Wandel einen Schritt näher. Die Digitalisierung ist nicht nur Herausforderung, sondern auch eine Chance für Unternehmen. Gelingt der Wechsel zur digitalen Arbeitswelt, können Prozesse effizienter und vorausschauender gestaltet und dadurch die Produktivität gesteigert werden. Um langfristig erfolgreich zu bleiben, müssen Versicherer diese Potenziale für sich nutzen.

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Heiko Weisser
Heiko Weisser ist Managing Consultant im Bereich Consulting & Financial Engineering bei PROCON IT und blickt auf eine langjährige Erfahrung als Berater zurück. Der ausgebildete Versicherungskaufmann und studierte Betriebswirt (VWA) hat sich im Laufe der Zeit eine fundierte Expertise im Geschäftsprozessmanagement in Verbindung mit Organisationsentwicklung angeeignet. Dazu hat er namhafte Kunden aus dem In- und Ausland, vornehmlich aus der Versicherungsbranche, erfolgreich beraten. Zudem ist er als zertifizierter IHK-Ausbilder bis heute in der Erwachsenenbildung tätig, z. B. bei der Konzeption von Bildungsprogrammen oder in seiner Tätigkeit als Trainer.
Tina Lochmann
Tina Lochmann ist Senior Consultant im Bereich Veränderungsmanagement bei PROCON IT. Die gelernte Bank- und Diplom-Kauffrau blickt zurück auf rund 15 Jahre Berufserfahrung in den Bereichen Veränderungsmanagement, Marketing, Start-ups und Post-Merger-Kommunikation.