Von einer vernetzten Verkehrsinfrastruktur, die die Verkehrsteilnehmer intelligent leitet, um beispielsweise Staus zu vermeiden, über automatisch initiiertes Katastrophenmanagement bis hin zum selbstfahrenden Auto – die Zukunft der Mobilität verspricht ein spannendes Bild, das zum Träumen verleitet, aber auch Sorgen bereitet.

So gilt Mobilität, gerade auch die modernen Ansätze, zwar als Grundvoraussetzung für die soziale und ökonomische Weiterentwicklung einer Gesellschaft und bietet Zugang zu Arbeit, Bildung und Märkten, gleichzeitig wirkt sich der Ausbau der – insbesondere motorisierten – Verkehrsleistung auch negativ auf unsere Umwelt aus. Der Verkehrssektor trägt laut Umweltbundesamt zu ca. 20 Prozent zur Treibhausgasemission bei und der CO2-Ausstoß des Sektors ist seit Jahren nahezu konstant. Es werden zwar Effizienzgewinne durch technische Weiterentwicklungen erzielt, die stetige Erhöhung der Verkehrsleistung frisst diese jedoch wieder auf. Die Frage nach dem Umgang mit klimaschädlichen Treibhausgasen oder gesundheitsgefährdenden Emissionen fordert Politik, Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen und macht eine nachhaltige Mobilitätsdiskussion notwendig.

Wir berauben uns unserer Lebensgrundlage

 

Wie wichtig die Nachhaltigkeitsdiskussion ist, zeigt allein ein Blick auf den Ressourcenverbrauch unserer Erde. Die Organisation Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den sogenannten Welterschöpfungstag. Dabei handelt es sich um den Tag im Jahr, an dem die globale Nachfrage nach natürlichen Ressourcen die Fähigkeit der Erde überschreitet, diese auf nachhaltige Weise (also nachwachsend) zur Verfügung zu stellen.

Bereits seit Mitte der 1980er-Jahre ist der jährliche Verbrauch an natürlichen Ressourcen größer als deren Regeneration. 1987 fiel der Welterschöpfungstag auf den 19. Dezember, seitdem rutscht er allerdings jedes Jahr im Kalender weiter nach vorn. Im Jahr 2011 waren bereits am 27. September alle Ressourcen aufgebraucht. 2014 war am 19. August der Tag der Erderschöpfung, im letzten Jahr bereits am 2. August und in diesem Jahr war es der 1. August. Mit diesem Tag leben die Menschen demnach nicht mehr nachhaltig, sondern betreiben Raubbau an der Erde und ihren Ressourcen. Deutschland gehört dabei zu den Ländern, deren ökologischer Fußabdruck deutlich über dem Weltdurchschnitt liegt. Der Erschöpfungstag für Deutschland wurde 2017 schon am 24. April erreicht, in diesem Jahr war es der 2. Mai.

Ökobilanz der Elektromobilität wirklich so viel besser?

60 Prozent der Größe des ökologischen Fußabdrucks der Menschheit wird heutzutage durch den Ausstoß von CO2 bestimmt. Kein Wunder also, dass der Reduktion von CO2 im Verkehrssektor immer größere Beachtung geschenkt wird. Elektromobilität gilt dabei vielfach als Schlüssel, um nachhaltige Mobilität zu gewährleisten. Pauschal lässt sich das allerdings nicht sagen, zwar stuft der Gesetzgeber das E-Auto als sauber (= kein CO2-Ausstoß) ein, genau betrachtet stimmt das aber natürlich nicht, da sowohl bei der Herstellung als auch im Betrieb und bei der Entsorgung CO2-Emissionen entstehen. So wird bspw. der Strom, mit dem E-Autos betrieben werden, in Deutschland noch immer zu mehr als 50 Prozent mittels nicht erneuerbarer Energien erzeugt. Rechnet man dies auf den Kilometer Fahrstrecke um, sind die Emissionen eines E-Autos zwar i. d. R. immer noch niedriger als bei einem Verbrennungsmotor, allerdings benötigt der Bau eines E-Autos, insbesondere die Batterie, sehr viel mehr Ressourcen als ein herkömmlicher Verbrenner. Weiterhin müssten neben der Betrachtung der ausgestoßenen Treibhausgase eigentlich auch andere Schadstoffe oder Umwelteffekte wie Feinstaub oder der Flächenverbrauch Berücksichtigung finden.

Dieser kleine Einblick zeigt, die Bewertung der Ökobilanz kommt auf die Perspektive und die berücksichtigten Faktoren an. So bedeutet eine größere Batterie, die zwar mehr Leistungsfähigkeit und Reichweite für den Betrieb des E-Autos bedeutet, auch einen deutlich höheren Energieaufwand bei der Produktion. Andererseits wird sich die Technologie der E-Autos und ihrer Herstellung weiter entwickeln und durch die Energiewende auch der Strommix in Deutschland zugunsten der erneuerbaren Energien verschieben, was wiederum auf eine positivere Ökobilanz der E-Autos einzahlen wird.

Blog abonnieren und keinen Beitrag mehr verpassen!

Hier geht es zum Newsletter-Abo!
Magdalena Dröse
Magdalena Dröse unterstützt seit 2013 das Team „Unternehmenskommunikation und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig. Neben ihren redaktionellen Tätigkeiten für das Online-Wissensportal und die Themendossiers der Versicherungsforen Leipzig, ist sie für die Betreuung der Forenpartner verantwortlich. Zudem unterstützt sie die Fachteams bei der Erstellung von Studien und Whitepapern.