Um mit den steigenden Datenmengen umgehen und diese sinnvoll nutzen zu können, gilt die künstliche Intelligenz (KI) als Schlüsseltechnologie. Entsprechend positiv fallen auch die Zukunftsprognosen der Marktentwicklung aus, wobei die Größenordnung große Schwankungen aufweist. Der Branchenverband Bitkom spricht beispielsweise davon, dass sich bis zum Jahr 2020 der weltweite Umsatz mit Hardware, Software sowie Services rund um Cognitive Computing und Machine Learning auf 21,2 Milliarden Euro summieren wird. Allein in Deutschland könnte durch die konsequente frühe Adaption der Technologien das BIP bis 2030 vier Prozent höher liegen als dies ohne den Einsatz von KI der Fall wäre.

Der Einsatz von KI in Unternehmen

Durch den Einsatz von KI wird erhofft, branchenübergreifend weitreichende Effizienzsteigerungen und Prozessoptimierungen realisieren zu können. Die Studie „How AI boosts industry profits and innovation” der Unternehmensberatung Accenture rechnet weltweit mit einem Anstieg der Bruttowertschöpfung der Unternehmen in Höhe von 38 Prozent durch künstliche Intelligenz. Dies entspricht einem Wachstumsschub von 12,5 Billionen EUR. Allerdings profitieren die Branchen unterschiedlich stark von der Ausweitung der KI-Technologie. Wie in der Grafik „Einfluss KI auf Branchenwachstum“ zu sehen ist, birgt die Finanzindustrie hier ein großes Wachstumspotential.

Eine Untersuchung von McKinseys zeigt, dass sich die Unternehmen dieses Potenzials durchaus bewusst zu sein scheinen und ihre Investitionen entsprechend ausrichten. Die Experten schätzen, dass Unternehmen 2016 weltweit 26 bis 39 Milliarden USD in KI investiert haben, wovon gut 90 Prozent in die Bereiche Forschung & Entwicklung sowie den eigentlichen Einsatz im Unternehmen flossen.

 

KI in der Versicherungswirtschaft

Für die Versicherungswirtschaft ist das Thema künstliche Intelligenz ein besonders spannendes. Bei einer Untersuchung von Sopra Steria über das Einsatzpotenzial von KI in verschiedenen Branchen zeigt sich, dass KI aktuell am häufigsten in der IT Anwendung findet, in Zukunft jedoch im Kundenservice das größte Potential zu finden sein wird. Hier versprechen sich Finanzdienstleister wie Versicherungen auch konkret den größten Nutzen für ihr Unternehmen. Denn neben der Beherrschbarkeit der steigenden Datenmengen durch die KI werden insbesondere kundenzentrierte Vorteile, wie passgenaue Produkte, Kundenansprache oder Nutzererlebnis, mit dem Einsatz von KI verknüpft – Smart Services entstehen.

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Smart Services in der Versicherungswirtschaft

Auf KI-Technologien basierende Smart Services können die vom Kunden erwartete ganzheitliche Unterstützung, die sich in den Lebensalltag einbettet und ein einfaches Zusammenspiel mit anderen Produkten ermöglicht, befriedigen. Vielfach sind diese sogar schon in den Lebensalltag der Kunden eingezogen, bspw. in Form von Siri, Alexa und Co., ohne bemerkt zu werden. Laut einer Untersuchung von PwC zur Akzeptanz von KI in der Bevölkerung können sich auch knapp 70 Prozent der Deutschen vorstellen, einen digitalen Assistenten zu nutzen. Hilfe ist vor allen Dingen bei der Termin- und Einkaufsplanung erwünscht, aber auch bei Finanz- und Versicherungsfragen würde man sich helfen lassen. Laut einer Accenture-Umfrage unter 2.000 Deutschen würden 61 Prozent der Befragten eine computergestützte Beratung bei Versicherungs- und Investmententscheidungen nutzen. Dabei versprechen sie sich vor allem eine schnellere und bequemere Beratung (39 Prozent), geringere Kosten als beim menschlichen Berater (38 Prozent) sowie eine objektivere und analytischere Beratung.

In den Versicherungshäusern wird die smarte Unterstützung aktuell insbesondere in Form von Chatbots implementiert. Diese gelten als guter Kompromiss zwischen der Gewährleistung einer umfangreichen Erreichbarkeit, schneller Reaktionszeiten und einer unkomplizierten Abwicklung einfacher Anliegen sowie Kosteneinsparungen. Der ARAG Reiseassistent, Karriere-Bot Allie der Allianz oder der ServiceBot der Wiener Städtischen unterstützen beim Finden der passenden Reiseabsicherung, beantworten Fragen zum Bewerbungsverfahren oder leiten den persönlichen Kundenservice passgenau ein – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Doch es gibt auch Vorbehalte in Bezug auf die Nutzung von Chatbots, wie eine Untersuchung YouGovs zeigt.

Kunden sind zwar grundsätzlich bereit, die angebotenen Services zu nutzen, wichtig ist allerdings, dass der Bot unterstützend und nicht gewerblich agiert. Insbesondere im Messenger-Bereich wird dies ausgesprochen negativ aufgefasst. Abzuwarten bleibt daher, inwieweit sich Kunden und Unternehmen auf eine Lösung verständigen können und ob Künstliche Intelligenz die hohen Erwartungen erfüllen kann.

Der Beitrag stammt in Auszügen aus unserem Themendossier „Zahlen & Fakten: Technologien und Bedarfsfelder der Zukunft“, welches unseren Forenpartnern kostenlos zur Verfügung steht. 

Mehr zum Thema KI uns Smart Services gibt es auf unserem Partnerkongress am 13. September in Leipzig!

Zur Veranstaltung
Magdalena Dröse
Magdalena Dröse unterstützt seit 2013 das Team „Unternehmenskommunikation und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig. Neben ihren redaktionellen Tätigkeiten für das Online-Wissensportal und die Themendossiers der Versicherungsforen Leipzig, ist sie für die Betreuung der Forenpartnerschaft sowie die Betreuung und Entwicklung der Social-Media-Präsenz der Versicherungsforen Leipzig verantwortlich.