Seit heute findet in den Salles de Pologne die Fachkonferenz „Cloud-Einsatz in Versicherungen“ statt. Zahlreiche Vertreter aus den unterschiedlichen Versicherungshäusern und spezialisierte IT-Unternehmen tauschen sich zu den Möglichkeiten des Cloud-Einsatzes aus. Die Vorteile der Cloud liegen insbesondere in Einsparungs- und Standardisierungsmöglichkeiten.

 

Was sind eigentlich Cloud-Dienstleistungen?

In der Literatur existieren bisher viele Interpretationen, allerdings keine eindeutige Definition. Grundsätzlich stellt Cloud Computing die Bereitstellung und Nutzung von IT-Infrastruktur als im Web elektronisch verfügbare Dienstleistungen dar. Dieser Prozess ist dynamisch und an den Bedarf des Nutzers angepasst. Das Hosting findet dabei nicht in einem eigenen Rechenzentrum statt, sondern wird extern bezogen.

Die Anbieter von Cloud-Diensten bieten, je nachdem, um was für eine IT-Ressource es sich bei der Dienstleistung handelt, verschiedene Servicemodelle an. Die niedrigste Servicestufe wird durch die „Infrastructure as a Service“ (IaaS)-Angebote repräsentiert und bedeutet, dass in einem externen Rechenzentrum der Nutzungszugang von virtualisierten Computerhardware-Ressourcen wie Rechnern, Speicher und Netzen angemietet wird. Auf dieser Infrastruktur baut das Servicemodell der „Platform as a Service“ (PaaS) auf. Hierunter versteht man die Cloud als eine Entwicklungsumgebung. Mit PaaS entwickeln Nutzer eigene Softwareanwendungen oder testen sie in einer vom Cloud-Provider bereitgestellten Umgebung. Aufbauend auf einer PaaS-Umgebung können „Software as a Service“ (SaaS)-Angebote entstehen. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass die Cloud einen Zugang zu Software-Sammlungen und Anwendungsprogrammen bietet. Hierbei handelt es sich gleichzeitig um die gängigste Form eines Cloud-Services.

Wie steht die Versicherungswirtschaft zu diesem Thema?

Nach anfänglichem Zögern steht die Versicherungsbranche dem Einsatz von Cloud-Services zunehmend aufgeschlossen gegenüber. Zwar bestehen immer noch Bedenken im Hinblick auf Themen wie Datenschutz, Datensicherheit und möglichen Abhängigkeiten von Providern, allerdings sind die Vorteile von Cloud Services sehr attraktiv.

Es lassen sich zwei verschiedene Gründe für die erhöhte Bereitschaft zur Nutzung von Cloud Services in der Assekuranz beobachten: Einerseits hat sich die gesetzliche Grundlage dahingehend geändert, dass die Datensicherheit verbessert wurde. Dazu fand eine Neuregelung des Schutzes von Geheimnissen bei der Mitwirkung Dritter an der Berufsausübung schweigepflichtiger Personen statt. Der betroffene Paragraf 203 StGB wurde diesbezüglich zum 22.09.2017 geändert. Der zweite Aspekt besteht darin, dass Cloud-Anbieter häufig aus dem amerikanischen Raum kommen. Inzwischen sind diese Anbieter in der Lage, ihren Unternehmenskunden zuzusichern, dass die vertraulichen Daten in deutschen Rechenzentren liegen und nicht das Land verlassen werden. Seitdem diese beiden Aspekte als Nutzungsvoraussetzung erfüllt sind, denkt man in der doch eher sehr konservativen Branche darüber nach, wie man solche Services für sich selbst nutzbringend integrieren kann.

Wie lassen sich Cloud-Services in einem Versicherungsunternehmen einbinden?

Die einfachste Möglichkeit von Diensten, welche man aus der Cloud beziehen kann, stellen Commodity-Services dar. Darunter versteht man vordergründig die gesamte Office-IT, also Dienstleistungen, welche Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen verwenden, wozu beispielsweise Office 365, Skype als Messenger-Dienst oder Filesharing wie z. B. die Dropbox gehören. Die Verwendung dieser Ebene von Diensten gehört heute bereits der Realität an und wird schon häufig in der Versicherungsbranche verwendet. Weiterhin sinnvoll ist die Nutzung von Cloud-Dienstleistungen im Rahmen sogenannter Um-Services. Dazu gehören beispielsweise das Dokumentenmanagement, Dienste im Rahmen des In-/Exkasso oder auch das Dokumentenscannen. Zu den bedeutensten nutzbaren Diensten gehören die versicherungsfachlichen Kernsysteme. Dazu gehören alle Systeme, mit denen der Versicherer sein Geschäft abwickelt. Exemplarisch dafür sind Bestandsführungssysteme, Schadenmanagementsysteme und Vertriebssysteme zu nennen.

Die Entwicklungen im Cloud-Computing sind weiterhin sehr dynamisch und werfen eine spannende Diskussion auf. Man sieht, dass die Versicherer sich mit dieser Thematik beschäftigen, dabei die Risiken und Chancen abwägen und überlegen, wie sie sich an dieser Stelle zukünftig aufstellen wollen.

Mehr zum Thema Cloud Computing und vieles mehr gibt es auf dem Messkongress "IT für Versicherungen"

Bei einer Anmeldung bis zum 17. August 2018 erhalten Sie einen Frühbucher-Rabatt auf die Teilnehmergebühr.

Seien Sie am 27./28. November dabei!
Felix Göres
Seit dem Jahr 2016 bis voraussichtlich Sommer 2018 macht Felix Göres sein Bachelorstudium der Soziologie an der Universität Leipzig. Parallel studiert er seit 2017 Wirtschaftswissenschaften an der Fernuniversität Hagen. Seit Dezember 2017 ist er im Team „Unternehmenskommunikation und Partnerbetreuung“ der Versicherungsforen Leipzig als Werkstudent tätig. Er unterstützt die redaktionelle Pflege der Website sowie die Betreuung der Forenpartner und ist für die statistische Auswertung der Onlinepräsenz zuständig.