Mittlerweile gibt es für fast alle Alltagssituationen eine App. Auch die Versicherer haben diesen Trend erkannt und zahlreiche Apps für ihre Kunden entwickelt. Dabei reicht das Repertoire von Apps für Wettervorhersagen, über Fitness- und Vertragsmanagement-Apps bis hin zu Apps, die im Schadenfall zum Einsatz kommen.

In diesem Beitrag widmen wir uns Apps, die im Schaden-/Unfallbereich angeboten werden. Durch Schaden-Apps kann die Bearbeitungszeit der Schäden sowie der Verwaltungsaufwand reduziert werden. Das senkt die Kosten auf der Versichererseite. Doch auch die Versicherten profitieren von der Nutzung einer Schaden-App: Kundenanliegen werden so schnell und bequem von unterwegs aus erledigt und im Schadenfall kommt die App als mobiler Helfer zum Einsatz.

Wir haben die Schaden-Apps der Versicherer einmal unter die Lupe genommen. Die Übersicht stellt eine Auswahl an Schaden-Apps verschiedener Unternehmen dar, welche sowohl als iOS-App im Apple Store und als Android-App im Google Play Store verfügbar sind (Stand der Recherche: 09. Februar 2018). Eine umfassendere Übersicht steht als PDF-Datei mit dem Titel „Gesamtübersicht Schaden-Apps“ zum Download zur Verfügung.

Messekongress Schadenmanagement & Assistance 10./11. April 2018

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Der Fokus der Schaden-Apps liegt in dem Bereich der Kfz-Versicherung. Nur zwei der aufgeführten Unternehmen bieten zusätzlich eine App für eine Schadenmeldung in einem anderen Versicherungsbereich an. Das sind zum einen die AachenMünchener Versicherung AG im Bereich der Privathaftpflicht-, Hausrat-, Glas-, Unfall- und Wohngebäudeversicherung und zum anderen die SV Sparkassen Versicherung im Bereich der Wohngebäudeversicherung. Neben dem Angebot einer Schaden-App wird durch manche Versicherer zusätzlich eine Unfallmeldedienst-App für die Versicherten angeboten, welche zusammen mit dem Unfallmeldestecker zum automatischen Notrufsystem wird und im Falle eines Unfalls der Notrufleitstelle die aktuelle Position des Fahrzeugs mitteilt. Auffällig war bei unserer Analyse zudem, dass es kaum Bewertungen seitens der Nutzer zu den Schaden-Apps der Versicherer gibt. Dies liegt vermutlich daran, dass einige der Apps erst seit kurzem auf dem Markt sind.

Schaut man sich die Anzahl an App-Installationen an, kommt man schnell zu dem Schluss, dass die Angaben im Google Play Store, aufgrund der großen Spanne, wenig aussagekräftig sind. Die meisten App-Installationen kann die die HUK Hilfe-App und die HUK UMD-App der HUK-COBURG VVaG mit Installationen zwischen 50.000 und 100.000 verzeichnen.

Was können Versicherer tun, um die Apps an den Kunden zu bringen?

Um die Attraktivität der Apps und damit die Nutzungsrate zu steigern, können die Unternehmen bereits bei Vertragsabschluss die App frühzeitig bewerben. Des Weiteren können verschiedene Maßnahmen im Bereich App Promotion betrieben werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass die App einen suchmaschinenoptimierten Titel und eine Beschreibung enthält, durch die die Auffindbarkeit der App und die Downloadentscheidung der Nutzer positiv beeinflusst wird. Zudem ist es wichtig, dass die Unternehmen auf Kommentare und Bewertungen der Nutzer reagieren und Fragen beantworten. Das Feedback der Nutzer kann zudem genutzt werden, um die App zu verbessern. Ein gutes Beispiel ist die HDI Versicherung AG, die auf die überwiegende Anzahl der Bewertungen ihrer App geantwortet hat.

Wie der Beitrag verdeutlicht, ist es in Zeiten der Digitalisierung für die Versicherungsbranche notwendig, Apps im Bereich der Schadenmeldung neben den traditionellen Kontaktmöglichkeiten für interessierte Nutzer anzubieten. Die Akzeptanz und Nutzung des Angebots wird sicherlich eher bei Smartphone begeisterten Menschen Anklang finden und kann zudem durch Zusatzfunktionen, wie z.B. einer Unwetterwarnung oder einem Staumelder, gesteigert werden. Dennoch bleibt am Schluss zu erwähnen, dass Apps im Bereich der Schadenmeldung auch an ihre Grenzen stoßen. Zu den Nachteilen zählen zum Beispiel, dass Nutzer ein stärkeres Überwachungsgefühl durch die App empfinden und sensible Daten preisgegeben werden oder dass sich die Schaden-Apps aktuell nur auf die Meldung von Klein- bzw. Bagatellschäden beschränken.

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Vanessa Schupp
Von 2013 bis 2016 absolvierte Vanessa Schupp ein duales Studium zum Bachelor of Arts in der Fachrichtung BWL-Versicherung an der DHBW Karlsruhe. Seit 2016 bis voraussichtlich Herbst 2018 macht sie ihr Masterstudium der Betriebswirtschaft an der HTWK Leipzig. Seit November 2017 ist sie Werkstudentin bei den Versicherungsforen Leipzig im Kompetenzteam „Antrag, Vertrag & Schadenmanagement.