15 Millionen monatliche Nutzer in Deutschland zählte Instagram im Sommer dieses Jahres, weltweit schauen aktuell monatlich über 800 Millionen Nutzer auf der Fotoplattform vorbei – über 60 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Insbesondere bei der Jugend erfreut sich Instagram immer größerer Beliebtheit und hängt sogar Social-Media-Schwergewicht Facebook ab. 71 Prozent der 14- bis 19-Jährigen sind bei Instagram aktiv, bei Facebook 67 Prozent. Auch bei den 20- bis 29-Jährigen baut Instagram seinen Nutzeranteil aus: 71 Prozent nutzen das Netzwerk, Facebook behält mit einem Anteil von 88 Prozent allerdings die Nase vorn.

Doch nicht nur Privatpersonen nutzen das Foto-Netzwerk, auch Unternehmen können über die Plattform nicht nur Werbeschaltungen durchführen, sondern durch einen eigenen Instagram-Auftritt auf sich aufmerksam machen. Mehr als 500 Millionen Instagram-Accounts werden täglich aktiv genutzt, von diesen Accounts folgen 80 Prozent mindestens einem der 25 Millionen auf Instagram aktiven Unternehmen. Auch einige Vertreter der deutschen Versicherungswirtschaft zählen zu diesen 25 Millionen Unternehmen. Vier dieser Accounts habe ich mir einmal etwas näher angeschaut.

Zahlen & Inhalte der Beiträge

Die Allianz Deutschland ist nicht nur das größte deutsche Versicherungsunternehmen, sondern besitzt auf Instagram mit 25.100 Abonnenten (Dez. 2017) auch die höchste Zahl an Abonnenten unter den betrachteten Versicherern. Geteilt werden hauptsächlich Fotos von den unterstützen Sportmannschaften. Werbung für Versicherungsprodukte oder interne Einblicke in die Allianz gibt es hingegen nicht. Auch pausierte die Allianz von Ende August bis Ende November ihren Kanal und lud in dieser Zeit keine Beiträge hoch, was für einen aktiv geführten Social-Media-Kanal unüblich ist; trotzdem erstellte sie in den zweieinhalb Jahren bis heute ca. 360 Beiträge (Dez. 2017).

Auch die Wüstenrot & Württembergische veröffentlicht Bilder von ihrer Arbeit als Sponsor, doch gibt sie darüber hinaus Einblicke „hinter die Kulissen“, wie z. B. von Büroräumen, Veranstaltungen oder den Orten, an denen die Mitarbeiter ihre Mittagspausen verbringen. Ebenso wie die Allianz Deutschland besitzt sie ihren Instagram-Kanal seit ca. zweieinhalb Jahren, doch ist sie mit lediglich 200 Beiträgen (Dez. 2017) nicht so aktiv wie ihr Konkurrent.

Die DEVK gewährt zum einen interne Einblicke in ihre Büroräume und stellt zum anderen über die Plattform Mitarbeiter mittels Portraitfotos und Kurzbeschreibung vor. Darüber hinaus nutzt sie das Netzwerk, um gemäß ihres Slogans „Gesagt. Getan. Geholfen. Wir helfen, wo wir können.“ Menschen, die bei ihrer täglichen Arbeit anderen helfen, durch Spenden oder Gutscheine zu belohnen. Mit 427 Beiträgen (Dez. 2017) in zwei Jahren hat die DEVK bisher die meisten Beiträge veröffentlicht.

Die Zurich Deutschland nutzt ihren Instagram-Kanal hingegen auch zur gezielten Bewerbung eigener Versicherungsprodukte. Mittels Bildern von verschiedenen sportlichen Aktivitäten oder Alltagssituationen wird immer wieder die Frage nach der richtigen Absicherung aufgeworfen. Allerdings werden auch die Aktivitäten des Unternehmens als Unterstützer diverser Sportler sowie Einblicke in den Arbeitsalltag von z. B. Azubis gezeigt. Erst seit gut einem Jahr wird der Kanal betrieben, aufgrund der hohen Frequenz an hochgeladenen Bildern und Videos wurden bereits ca. 190 Beiträge (Dez. 2017) erstellt.

Social Media in der Versicherungswirtschaft am 22./23. Februar 2018 in Leipzig

Praxiseinblicke aus Versicherungsunternehmen wie z.B. Allianz, DEVK, ERGO Direkt, Generali, VGH, Expertenvorträge und ein Update zur Datenschutzgrundverordnung.

Zur Veranstaltung

 

Instagram als Recruitingtool

Neben diesen Inhalten nutzen die Versicherer ihre Instagram-Accounts auch, um gezielt neue Bewerber anzusprechen. Mögliche Berufsperspektiven oder Ausbildungsmöglichkeiten können via Instagram gezielter der jungen Nutzergruppe präsentiert werden. Dabei lassen sich die Unternehmen für die Mitarbeiter- und Azubigewinnung einiges einfallen: Mitarbeitervorstellungen, die den Arbeitsalltag persönlich greifbar machen, aber auch die aktive fotografische Begleitung von Aktionen, die die Versicherer für neue Azubis veranstalten und organisieren.

Stellvertretend für die gesamte Branche sind diese Accounts jedoch nicht. Der Wissensdienstleister As im Ärmel konstatiert für den ersten Oktober 2017 nur 60 aktive von 210 untersuchten deutschsprachigen Versicherern auf dem Netzwerk.

Auch wenn bisher erst wenige deutsche Versicherer Instagram für ihr Unternehmen nutzen, verspricht die Fotoplattform doch viele Vorteile: Neben der Gewinnung von neuen Bewerbern oder der Bewerbung eigener Produkte und Veranstaltungen, ermöglicht ein Instagram-Auftritt vor allem den Zugang zu einer jüngeren Zielgruppe.

 

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Nina Dokter
Nina Dokter ist seit Mai 2017 als Assistenz im Team „Unternehmenskommunikation & Partnerbetreuung“ tätig und unterstützt die redaktionellen Arbeiten der Versicherungsforen Leipzig.