Der Status quo in Sachen soziale Medien könnte bei den einzelnen Versicherern unterschiedlicher nicht sein: Einige haben mehr „Likes“ auf Facebook als die Deutsche Telekom, die Sparkasse oder Greenpeace Deutschland, andere wiederum weniger als ein Kleinunternehmen. Die Versicherungsforen Leipzig haben  im August 2016 eine Bestandsaufnahme gemacht und einen Querschnitt gebildet, indem sie die Social-Media-Aktivitäten der 25 größten Versicherer analysiert haben. Ein paar der Ergebnisse möchte ich heute gern vorstellen:

  1. Die Zahlen bestätigen: Die Mehrheit der untersuchten Versicherer nutzt Facebook (84%), XING (84%), YouTube (80%) und Twitter (68%). Kanäle wie WhatsApp, Flickr, Pinterest, Periscope, spielen hingegen eine untergeordnete Rolle.
  2. Anstatt auf allen Social-Media-Kanälen erfolgreich sein zu wollen, spezialisieren sich die Versicherungsunternehmen auf bestimmte Kanäle. So gibt es kein Unternehmen, das auf allen untersuchten Plattformen (gemessen an Likes, Followern etc.) gleichermaßen erfolgreich ist.
  3. Die Implementierung der Medien ist bei den verschiedenen Unternehmen unterschiedlich weit fortgeschritten. So reicht bspw. die Spanne der „Likes“ auf den Facebook-Profilen von 121 bis 361.424 (Stand August 2016).
  4. Nur vier der 25 Unternehmen antworten systematisch auf Facebook-Kommentare. Das sind die LVM-Versicherung, die SV Sparkassen Versicherung, die Nürnberger Versicherungsgruppe und die Wüstenrot & Württembergische AG. Insgesamt scheinen einige Versicherer soziale Medien als Möglichkeit zum Dialog anzusehen, während andere sie zur einseitigen Informationsverbreitung nutzen.
  5. Etwa die Hälfte der Versicherer befüllt mehrere Kanäle mit den gleichen Inhalten. Das lässt darauf schließen, dass einige Unternehmen soziale Medien als einen Kanal verstehen, die andere Hälfte hingegen bereits eine differenzierte Social-Media-Strategie ausgearbeitet hat.
  6. Verbraucherthemen, Produktbeschreibungen und Personalthemen liegen bei den kommunizierten Inhalten ganz vorn. Die nachfolgende Grafik gibt einen Themenüberblick.
Grafik_Social Themen

Themenschwerpunkte der Kanäle

 

Fazit

Der Positionierungsprozess in den sozialen Medien ist bei den Versicherern unterschiedlich weit fortgeschritten und noch lange nicht abgeschlossen. Die sozialen Kanäle werden noch nicht vollends bei allen Versicherern als Vertriebskanal oder Kundenschnittstelle verstanden. Hier ist noch viel Entwicklungspotential für die Zukunft.

 

Wer sich tiefergehend für das Thema Versicherungen in sozialen Medien interessiert, den laden wir herzlich zu unserer Fachkonferenz »Online-Marketing & Social Media in der Versiherungswirtschaft« am 14./15. Februar 2017 in Leipzig ein.


 

Julian Planitzer
Julian Planitzer war von 2015 bis 2018 im Team „Unternehmenskommunikation, Wissensportal und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig als Werkstudent tätig. Er unterstützte die redaktionelle Pflege der Website sowie die Betreuung der Forenpartner und war für die statistische Auswertung der Websitezugriffe zuständig.