Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung steht die Versicherungsbranche vor großen Veränderungen. IT-Lösungen werden zum wichtigen Instrument zur Bewältigung des Wandels. Auch auf unserem Partnerkongress geht es in diesem Jahr wieder viel um Innovationen in der Versicherungsbranche.

Mit der IBSuite stellen IBA (Insurance Business Applications) und das IT-Beratungshaus it-economics eine Software-as-a-Service(SaaS)-Lösung vor. Das SaaS-Konzept ist bereits in anderen Industriebereichen äußerst erfolgreich im Einsatz und soll nun auch die Versicherungsbranche revolutionieren.

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Michael Brandtner (it-economics) und Karen Vlugt (IBA)

 

Die IBSuite soll es ermöglichen, eine komplette Versicherungslösung innerhalb weniger Wochen zu implementieren. Im Regelfall braucht die Umsetzung eines solchen Projekts aber doch Monate, wenn nicht sogar Jahre. Wie realisieren Sie diese enorme Geschwindigkeit?

Karen Vlugt (IBA): Mit unserem Software-as-a-Service-Angebot versuchen wir vor allem Komplexität in der Entwicklung von IT-Lösungen für Versicherungen zu reduzieren. Das bedeutet konkret: Bei Standardlösungen muss der Versicherer eine eigene Serverinfrastruktur aufbauen, ein Entwicklerteam zusammenstellen sowie eine eigene Software oder Schnittstellen programmieren, testen und einrichten. Das kostet viel Zeit und Geld. Um unser Angebot zu nutzen, brauchen Kunden lediglich die grundlegendste Infrastruktur, wie Webbrowser und einen Internetzugang. Der zweite Grund für die schnelle Umsetzung sind unsere Kooperationspartner vor Ort.

Michael Brandtner (it-economics): Häufig hat die unternehmenseigene IT weder die Zeit noch die Ressourcen, die Einführung von IBSuite selbst durchzuführen. Hier kommen wir ins Spiel. Unsere Berater kennen sich nicht nur bestens mit der IBSuite aus, sondern verfügen auch über umfassende Erfahrungen in der Versicherungsbranche und wissen daher worauf es bei der Einrichtung im Einzelfall ankommt. Deshalb können wir uns zusammen mit dem Kunden von Anfang an auf die Produktentwicklung konzentrieren. Dadurch können wir nicht nur enorme Zeit-, sondern auch Kosteneinsparungen erreichen.

 

Können Sie mir ein praktisches Beispiel nennen bzw. von einer Projektumsetzung erzählen, die Ihre Vorgehensweise verdeutlicht?

Brandtner: Die Vorteile der IBSuite lassen sich sehr gut an einem Projekt aus der Schweiz verdeutlichen. Dort stand ein global tätiger Versicherer vor dem Problem, dass er nach einem Vertragsschluss mit einem Telekommunikationsunternehmen gleich vier neue Produkte in nur zwei Monaten verfügbar machen und automatisieren musste. Es ging dabei um eine sechsstellige Anzahl von Verträgen, die in das neue System zu integrieren waren. Nach einer Bestandsaufnahme konnten wir mit der IBSuite eine Lösung anbieten, die nicht nur innerhalb dieses sehr kurzen Zeitraums eingerichtet werden konnte, sondern auch günstiger war als eine Neuprogrammierung. Zudem wurde die gesamte Wertschöpfungskette der Versicherungsprodukte integriert und in mehreren Bereichen vollständig automatisiert.

Vlugt: Unsere Umsetzungspartner haben international bereits über 25 Projekte mit namhaften Unternehmen umgesetzt und wir bekommen durchgehend positive Rückmeldung von den Versicherern, was Effizienz und Kundenorientierung der IBSuite angeht.

 

Warum sollte eine Versicherung nicht auf eine Standardlösung der großen Softwarehäuser als IT-Lösung setzen?

Vlugt: Die Digitalisierung prägt unseren Lebensstil immer deutlicher und das macht sich auch in immer mehr Industriebereichen bemerkbar. Im Versicherungsbereich erwarten Kunden längst eine schnelle und unkomplizierte Vertragsauswahl und -verwaltung. In Zukunft werden wir auch immer stärker individualisierbare Versicherungsprodukte erleben. Versicherer, die weiter auf die bislang gängigen IT-Lösungen setzen, werden es aufgrund deren Behäbigkeit schwer haben, mit dem Wandel Schritt zu halten. Gefragt sind deshalb flexible IT-Lösungen und genau das bieten wir mit unserer Software-as-a-Service-Lösung IBSuite.

Brandtner: SaaS-Lösungen wie die IBSuite ermöglichen dem Versicherer, sich wieder auf seine Kernkompetenz zu konzentrieren – die Entwicklung passender Versicherungsprodukte und die Betreuung seiner Versicherten. Die Bereitstellung von Software und IT-Infrastruktur sowie deren Wartung kann weitestgehend ausgelagert werden.

 

Wenn der Versicherer nur noch über das Internet auf seine Software zugreifen kann, wie stellen Sie die Arbeitsfähigkeit Ihrer Kunden sicher, sollte es zu Problemen oder Ausfällen der Internetverbindung kommen?

Vlugt: Natürlich ist da noch immer eine gewisse Zurückhaltung bei manchen Kunden spürbar, was Software-as-a-Service-Angebote angeht. Allerdings muss man sehen, dass die Bandbreiten und Geschwindigkeiten von Internetverbindungen viel besser sind als etwa vor 10 Jahren. Die Verfügbarkeit auf Seiten der Internet Service Provider liegt heute bei über 99 Prozent. Hinzu kommt natürlich: Die Kommunikation zwischen Anwendern und Server funktioniert bei uns nach höchsten Verschlüsselungsstandards und sowohl Software als auch sämtliche Daten liegen auf speziell gesicherten Servern und werden kontinuierlich von Spezialisten auf dem neuesten Stand gehalten.

Brandtner: Man darf sich zudem keinen Illusionen hingeben. Zahlreiche Abläufe im Versicherungsbereich funktionieren schon heute weitgehend über das Internet, wie etwa Vertragsschlüsse über Onlineportale oder die Kommunikation zwischen Makler und Zentrale. Zudem benutzen wir bereits heute im privaten wie auch beruflichen Alltag sehr häufig Software-as-Service-Angebote, wie etwa Netflix daheim beziehungsweise SAP oder Salesforce im Arbeitsalltag. Ausfälle können natürlich passieren aber die Wahrscheinlichkeit hierfür ist nicht höher als bei der lokalen IT-Infrastruktur.

 

Wie kam es zu der Idee der IBS Suite und der Gründung von IBA?

Vlugt: Die beiden Köpfe hinter IBA sind Anders Engdal (Gründer & CEO) und Soren Degn Jahns (Gründer & CTO). Beide verfügen über eine mehr als 20-jährige Erfahrung im IT-Bereich in unterschiedlichsten Positionen in der Unternehmensentwicklung und Management. IBA wurde gegründet unter der Prämisse, dass sich die Dynamik in der Versicherungsindustrie durch die Digitalisierung weiter beschleunigen wird. Etablierte Versicherungsunternehmen haben daher mit einer Lücke in ihrem IT-Portfolio zu kämpfen und neue Wettbewerber brauchen eine komplette Versicherungs-IT-Plattform. Um diesen Bedarf zu decken wurde die IBSuite entwickelt.

 

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit von IBA und it-economics?

Vlugt: Versicherungen unterscheiden sich von Land zu Land bisweilen nicht unerheblich. Aus diesem Grund arbeitet IBA in jedem Land mit Umsetzungspartnern zusammen. Dabei legen wir großen Wert auf die Branchenkenntnis und Projekterfahrung unserer Partner. Mit it-economics arbeiten wir deshalb seit 2015 in Deutschland zusammen, da man dort über eine hervorragende Kenntnis der Branche und umfassende Projekterfahrung verfügt.

Brandtner: Als IT-Beratung gehört die Finanz- und Versicherungsbranche zu unseren Schwerpunkten. Unsere Berater haben bereits zahlreiche unterschiedliche Projekte in diesem Bereich erfolgreich durchgeführt. Wir sind überzeugt, dass SaaS in Zukunft zu einem der tragenden Pfeiler der Finanz- und Versicherungsbranche wird. Und mit der IBSuite können wir unseren Kunden ein Produkt anbieten, das sich optimal auf deren Bedürfnisse anpassen lässt.

Neben gemeinsamen Auftritten, wie auf dem Partnerkongress der  Versicherungsforen Leipzig, sorgen wir nicht nur für Bekanntheit in der Branche, sondern helfen durch das Feedback aus den Projekten heraus auch die IBSuite bedarfsorientiert weiterzuentwickeln.

 

Wie sehen die Zukunftspläne von IBA aus?

Vlugt: Die IBSuite ist bereits heute über unsere Kooperationspartner in über 20 Ländern verfügbar. Wir arbeiten natürlich weiter an der Internationalisierung, um mit unserem Produkt in wenigen Jahren in allen relevanten Märkten vertreten zu sein.

Neben der Internationalisierung geht natürlich auch die Entwicklung der IBSuite weiter. Hier stehen vor allem noch weitere Effizienzsteigerungen, Automatisierungslösungen und die Perfektionierung der Nutzerführung im Mittelpunkt. Wir haben zudem immer ein waches Ohr in Richtung Kunde und versuchen dessen Wünsche in unserem Angebot abzubilden.


 

Das Interview entstand anlässlich unseres alljährlich stattfindenden Partnerkongress der Versicherungsforen Leipzig. Wie auch schon im letzten Jahr steht dieser im Zeichen der Innovation. Neben zahlreichen Akteuren der Versicherungsbranche, begrüßen wir zudem einige Unternehmen, die den Versicherungsmarkt mit neuen Produkt- und Serviceideen aufmischen wollen. Auf unserem Fachblog für die Assekuranz stellen wir diese vor und werfen einen Blick hinter die Kulissen.

Die Interviews finden Sie in unserer Rubrik „Innovation & Trend“.

 

Magdalena Dröse
Magdalena Dröse unterstützt seit 2013 das Team „Unternehmenskommunikation und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig. Neben ihren redaktionellen Tätigkeiten für das Online-Wissensportal und die Themendossiers der Versicherungsforen Leipzig, ist sie für die Betreuung der Forenpartner verantwortlich. Zudem unterstützt sie die Fachteams bei der Erstellung von Studien und Whitepapern.