In den letzten Monaten wurde bereits einige Male über Drohnen berichtet. Heute wollen wir uns explizit dem Thema der Versicherungspflicht für Drohnen widmen und mal einen Blick auf den aktuellen Markt werfen.

 

UAV drone flying outdoor.

 

Wie bereits erwähnt gibt es schon seit 2005 eine gesetzliche Verpflichtung, die die Versicherung für Flugmodelle wie Drohnen und Quadrocopter vorschreibt. Leider wissen dies die wenigsten und auch die Annahme, dass Flugmodelle unter 5kg Fluggewicht von dieser Regel nicht betroffen sind, ist falsch.

 

Wie sieht es also mit der Höhe der gesetzlichen Mindest-Deckungssumme aus?

Auch hierzu gibt es Vorschriften, insbesondere im § 37 LuftVG. Demnach haftet der Versicherer für Schäden aus einem Unfall bei Luftfahrzeugen unter 500 Kilogramm Höchstabflugmasse bis zu einem Kapitalbetrag von 750.000 Rechnungseinheiten, was umgerechnet knapp 930.000 Euro entspricht. Die gesetzlich festgeschriebene Deckungssumme beträgt also etwa eine Million Euro (Stand Mai 2016). Eine Bescheinigung über den bestehenden Versicherungsschutz sollte während des Drohnenfluges auch immer bei sich getragen werden, wenn man nicht ordnungswidrig handeln möchte.

108 LuftVZO:

Ordnungswidrigkeiten

(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 58 Abs. 1 Nr. 10 LuftVG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig (…) 5. als Führer eines Luftfahrzeugs entgegen e) § 106 Abs. 2 oder 3 Satz 1 die Bestätigung über die Haftpflichtversicherung beim Betrieb des Luftfahrzeugs nicht mitführt. (…)

 

Welche Möglichkeiten hat der Drohnenpilot nun, eine Drohne zu versichern?

Der Markt für das Thema „Drohnen und Versicherungen“ entwickelt sich. Dabei geht man weg vom Einschluss in die Privathaftpflicht, was aus unserer Sicht der richtige Weg ist. Ein Hund oder ein Schiff haben ja auch ihre eigenen Versicherungen, da der einfache Einschluss in die Privathaftpflicht zu kurz greifen würde. Ähnlich ist es auch bei Drohnen, da hier alleine schon durch das Bedingungswerk zu große Deckungslücken bestehen. Denn eine Privathaftpflichtversicherung kennt nur das Verschuldensprinzip und wäre somit bei einem klassischen Schaden, der z. B. durch Wind entsteht – hier trifft den Versicherungsnehmer ja laut Bedingungen keine Schuld – wohl von der Leistung freigestellt. Da aber laut Gesetz eine Gefährdungshaftung für jegliche Flugobjekte (Drohnen und Quadrocopter), die sich in der Luft bewegen, besteht, würde der Pilot trotzdem für den Schaden haften.

Ein weiteres Fragezeichen dürfte wohl das Thema Halterhaftpflicht bekommen, auch hier kann eine Privathaftpflicht nicht den Schutz bieten, den eine Luftfahrthaftpflicht bietet.

In diesem speziellen Markt der Luftfahrthaftpflicht finden sich derzeit nur eine Handvoll Versicherungen und wir konnten bei unserer Recherche nur drei Gesellschaften ausmachen, die sich auch wirklich mit einem eigenen Tarif der Drohne widmen. Neben dem HDI bieten auch noch Allianz und die R+V entsprechende Angebote. Die Beiträge reichen je nach gewerblicher oder privater Nutzung der Drohne und der gewählten Versicherungssumme von 80 bis 350 EUR im Jahr.

Neben den eigenen Tarifen der Versicherer finden sich auch Kooperationen mit externen Anbietern. Wir von versichertedrohne.de arbeiten beispielsweise aktuell eng mit dem HDI zusammen. Unsere Drohnenversicherung im Rahmen der Luftfahrthaftpflicht wird online abgeschlossen, unterscheidet zwischen privater und gewerblicher Nutzung und bietet europa- oder weltweiten Versicherungsschutz von 1,5 Mio. EUR, 3 Mio. EUR oder 5 Mio. EUR.

Auch die Mitgliedschaft in einem Verein, z.B. Deutscher Modellflieger Verband oder Deutsche Modellsport Organisation, bietet die Möglichkeit, an eine Haftpflichtdeckung für sein Fluggerät zu kommen. Allein diese wachsenden Möglichkeiten zeigen, dass das Thema Drohne in der Versicherungswirtschaft zum Landeanflug ansetzt.

 

Vollkasko: Nach dem Auto nun auch für Drohnen

Wie auch im PKW-Sektor kann man neben dem Haftpflicht- auch einen optionalen Drohnen-Kaskoschutz erwerben (jeweils unterschieden in private oder gewerbliche Nutzung der Drohne). Die Drohnen-Vollkasko-Versicherung ist noch ein sehr neues Produkt im Drohnenmarkt und  i.d.R. eine sog. Elektronikversicherung. Aber längst nicht alle Elektronikversicherungen schließen Drohnen/Flugmodelle ein. Oft sind hier auch Zubehör wie die FPV-Brille, das Tablet bzw. Smartphone und die Steuerung der Drohne mit versichert.

Bei allen aktuellen Anbietern ist die Versicherungssumme frei verhandelbar und je nach Drohnenmodell zu wählen. Da es aber oft bei den Mindestsummen für Versicherungen bleibt, kann man sagen, dass die Prämien, je nach Privat- oder Gewerbekunden, bei 170 bis 200 EUR jährlich beginnen und nach oben natürlich kein Limit gesetzt ist, wenn z. B. jemand eine hochwertige Drohne mit entsprechender Kamera einsetzen und versichern möchte.

 

Der Markt für dedizierte Drohnenversicherungen ist gerade erst in der Entstehungsphase und in ständiger Bewegung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Gesetzgebung entwickelt und wie sich die Versicherungen dem Thema weiter annähern werden. Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden.


 

Martin Krippner
Martin Krippner arbeitet bei der Franke & Krippner Versicherungsvermittlungs GbR.
Mit der Drohnen Versicherung von versichertedrohne.de hat er ein Drohnen Haftpflichtversicherungs Konzept entwickelt, mit dem individuelle Drohnenpolicen je nach Bedarf zusammengestellt werden können. Dabei legt er besonderen Wert darauf, dass die Drohne gemäß der deutschen Luftfahrt-Gesetzgebung versichert ist. Ein besonderes Plus: Neben der in Deutschland verpflichtenden Drohnen-Haftpflichtversicherung, wird auch eine Drohnen-Vollkaskoversicherung angeboten, welche Ihre Drohne vor Crash oder Unfall schützt.