Im Jahr 2013 hatten die Versicherer alle Hände voll zu tun. Die Schäden aufgrund von Naturgewalten waren mit einer Höhe von 7 Mrd. € die zweithöchsten in der Geschichte der Bundesrepublik. Auch in diesem Jahr hat das ein oder andere Unwetter die Versicherer beschäftigt und auch in den nächsten Jahren ist davon auszugehen, dass weitere mehr oder weniger heftige Stürme über Deutschland hinweg fegen werden.

 

Die Krisenzentren der Versicherer haben sich in der Vergangenheit bezüglich dieses Themas als sehr kompetent erwiesen. Ein Interview des GDV mit Hermann-Josef Tenhagen, ehemaliger Chefredakteur des Verbrauchermagazins Finanztest, hat dies untermauert. Die schnelle Bearbeitung der Schadenfälle erfolgte häufig aufgrund der guten Vernetzung zu Handwerkern, welche schnell und flexibel Vorort beim Kunden Hilfe leisten konnten. Obwohl sich die Kooperation mit Dienstleistern lohnt und in der Praxis zufriedenstellende Ergebnisse hervorbringt, gibt es immer noch Optimierungsbedarf. Das zumindest ergab eine Studie, welche die Versicherungsforen Leipzig anlässlich des 7. Messekongresses »Schadenmanagement und Assistance« im März 2014 durchgeführt haben. Die Ergebnisse möchte ich auch auf unseren Blog kurz vorstellen und würde mich freuen, das ein oder andere Feedback aus der Praxis zum Thema Versicherer-Dienstleister-Kooperation zu bekommen.

 

Kernergebnisse der Studie: Kooperationen, ja bitte!

 

Insgesamt haben 106 Teilnehmer aus der Versicherungs- und Dienstleistungsbranche teilgenommen und ihre Einschätzung zu bestehenden Kooperationen sowie zur künftigen Entwicklung abgegeben. Unter den Teilnehmern befanden sich 78 Vertreter aus Versicherungs- und 28 aus Dienstleistungsunternehmen, überwiegend aus den Bereichen Sachschaden, Kfz-Schaden, IT und Beratung. Ziel der Befragung war es einen Status quo bezüglich der Kooperationen von Versicherern und Dienstleistern zu erhalten und mögliche Potentiale zu erfassen.

 

Kooperationen werden auf Versicherer- wie auch Dienstleisterseite als wichtiger Erfolgsfaktor bei der effizienten Bearbeitung von Schadenfällen erkannt. Interessant ist, dass die Umsetzung bei den Versicherern häufig noch nicht ausgereift und nur vereinzelt weit vorangeschritten ist. Diesbezüglich wurde der Wunsch nach einer Intensivierung und Ausbau der Partnerschaften vielfach geäußert.

 

Potential hat eine Intensivierung von Partnerschaften allemal. Die Dienstleister sehen vor allem Vorteile in der Senkung der Schadenbearbeitungskosten und des Betrugsrisikos. Auch wenn die Versicherer diese Ansicht nicht ganz teilen, sind sich beide einig, dass Kooperationen den Schadenaufwand senken und die Schadenbearbeitung beschleunigen und verbessern können. Interessant ist, dass Versicherer wie auch Dienstleister das Imagepotential von Kooperationen für den Versicherer unterschätzen. Denn erfolgreiche Zusammenarbeit geht auch Hand in Hand mit einem guten Service. Und das kann sich doch eigentlich nur positiv auf das eigene Image auswirken.

 

Um das Gesagte zu verbildlichen, möchte ich an dieser Stelle noch ein paar Grafiken anführen. In einem weiteren Beitrag in der kommenden Woche werde ich auf Hürden und Erfolgsfaktoren eingehen und den obligatorischen Blick in die Glaskugel wagen.

 


 

Christian Dierks
Christian Dierks, Jahrgang 1972, studierte bis 1998 Jura an der Universität Hamburg. Seine berufliche Karriere startete er in einer Rechtsanwaltskanzlei. Die Zulassung zum Rechtsanwalt besteht bis heute. In die Versicherungswirtschaft wechselte Herr Dierks im Mai 2003. Bis zu seinem Wechsel zu den Versicherungsforen Leipzig blieb er der KRAVAG LOGISTIC Versicherungs-AG (R+V Gruppe) treu. Dort wirkte Christian Dierks über zehn Jahre in der Direktion des Marktführers für die Transport- und Verkehrshaftungsversicherung mit, acht Jahre als Großschadenregulierer, danach als Gruppenleiter Schaden und schließlich zwei Jahre als Prokurist und Abteilungsleiter Betrieb.
2014 bis 2015 verstärkte Herr Dierks die Versicherungsforen Leipzig als Projektmanager Schadenmanagement im Kompetenzteam Antrag, Vertrag & Schadenmanagement. Zu seinen Schwerpunkten zählten neben dem Messekongress Schadenmanagement und Assistance auch Projekte und Fachberatungen sowie juristische Themen.