Dabei sein ist alles! Na ja, fast alles. Denn beim Thema Social Media ist schon ein wenig mehr Engagement gefragt. Und das ist inzwischen auch in der Versicherungsbranche bei dem einen oder anderen Unternehmen zu erkennen. Der richtige Einsatz von Social Media im eigenen Unternehmen muss jedoch gut durchdacht sein. Am Anfang steht immer die Frage nach den Zielen und Zielgruppen, die ein Unternehmen mit Social-Media-Aktivitäten erreichen will. Anschließend kommen Kanäle und Inhalte auf den Prüfstand. Richtig angepackt bieten die neuen Medien für Versicherer enorme Chancen, und zwar nicht nur zu Marketing- und Vertriebszwecken, sondern vor allem auch im Sinne des Kundenbeziehungsmanagements. Im nachfolgenden Beitrag möchte ich kurz den Stand von Social Media in der Versicherungswelt beleuchten und auf einige der zur Verfügung stehenden Kanäle eingehen.

 

Stand in der Versicherungsbranche

Welcher Kanal ist der richtige?

Was lernen wir für die Zukunft?

 

Stand in der Versicherungsbranche

Im letzten Jahr waren 122 Facebook-Fan-Seiten deutschsprachiger Versicherer mit insgesamt 1.613.216 Fans, 103 YouTube-Kanäle mit insgesamt 34.924.749 Videoaufrufen und 97 Xing-Unternehmensseiten von Versicherern der DACH-Region mit insgesamt 58.028 Abonnenten (jeweils Stand: 1. Dezember 2013, Quelle: www.as-im-aermel.de/social-media-report-2013) zu verzeichnen. Dabei setzen die Versicherer neben Facebook vor allem auf Twitter und Google+. Auffällig ist, dass sich die Reichweite der Social-Media-Accounts auf wenige Versicherer konzentriert. Drei Versicherungsunternehmen teilen sich rund 75 Prozent aller Erwähnung in den sozialen Medien.

Welcher Kanal ist der richtige?

Content is King! Eine Aussage die uns in Zukunft immer häufiger beim Thema Social Media begegnen wird und viel Wahres in sich birgt. Der Kunde interessiert sich in der Regel für den kommunizierten Inhalt und nicht für die Marke. Als zentrales Mittel zur Kommunikation dieser Inhalte eignen sich Blogs, die aktuell eine wahre Renaissance erleben. In der Versicherungswelt ist dieser Trend aber noch nicht ganz angekommen. Schade, denn ein Blog ist eine tolle Möglichkeit, die abstrakte Versicherungswelt anschaulich darzustellen, und – richtig eingesetzt – das unternehmenseigene Suchmaschinen-Marketing positiv zu beeinflussen. In Kombination mit weiteren Kanälen kann sich diese Wirkung multiplizieren. Doch welcher Kanal ist der richtige für das eigene Unternehmen?

In der Versicherungswirtschaft hat sich Facebook hier als eine Art Must-have durchgesetzt. Auf Kundenseite sind Versicherer dort jedoch kaum ein Thema. Laut einer Studie von Faktenkontor entfallen nur 4,9 Prozent aller Social-Media-Erwähnungen von 25 bekannten Versicherern auf Facebook. Etwa jeder zweite Facebook-Post bleibt unkommentiert.

Die Unternehmensseiten der Versicherer auf Facebook werden vor allem als zusätzlicher Beschwerdekanal genutzt. Eine Entscheidung gegen die Nutzung von Facebook als Kommunikationskanal von Produktinformationen kann sich daher als durchaus gesund erweisen. Die Zurich Versicherung beispielsweise hat sich für diesen Weg entschieden und bespielt dort ausschließlich das Thema „Olympia und Sportengagement“. Für Zwecke der Unternehmenskommunikation setzt die Zurich Versicherung insbesondere auf Twitter. Schon fast ein Alleinstellungsmerkmal, denn neben Youtube und Google+ kommt Twitter bei den deutschen Versicherern eher weniger zum Einsatz. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist der Umstand, dass insbesondere in Deutschland die parallele Nutzung und Pflege verschiedener Social-Media-Accounts als zu umständlich erachtet wird.

Was lernen wir für die Zukunft?

Die Nutzung von sozialen Kanälen muss, um erfolgreich zu sein, auf einer an den Unternehmenszielen und -inhalten orientierten Strategie aufbauen. Weiterhin ist darauf zu achten, dass Marke und Botschaft zusammenpassen. So spannend man sein eigenes Produkt auch findet, bei den sozialen Medien funktionieren nur echte Themen und mehrwertige Inhalte. Dabei ist es wichtig, auch seine Adressaten zu kennen und diese mit relevanten Informationen zu versorgen. Neben dem richtigen Content ist auch die kontinuierliche Verknüpfung der einzelnen Kanäle wesentlich für den Erfolg der Social-Media-Maßnahmen. Auf diese Weise erhöht man seine Reichweite und tut auch was für die nicht zu vernachlässigende Suchmaschinenoptimierung.

 

Welche Social-Media-Maßnahmen ergreifen Sie in Ihrem Unternehmen und welcher Content ist erfolgreich?

 

Hinweis: Einen ausführlicheren Beitrag hierzu finden Sie in unserem Themendossierarchiv.


 

Antje Pfeifer
Antje Pfeifer war bis Oktober 2015 als Leiterin für »Trendforschung und Innovationsmanagement« bei den Versicherungsforen Leipzig tätig. Sie beschäftigte sich mit den zentralen Herausforderungen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Assekuranz und bildete dabei eine Querschnittsfunktion über die einzelnen Kompetenzfelder der Versicherungsforen Leipzig ab.