Auf dem Messekongress „IT für Versicherungen“ werden die aktuellsten Trends der Branche diskutiert. Auch in diesem Jahr stehen wieder spannende Themen und Referenten auf der Agenda. Einer davon ist Oliver Gasmus, der am ersten Veranstaltungstag die Eröffnungskeynote halten wird. Seit März 2017 ist Oliver Gasmus Mitglied der Geschäftsführung der ITERGO Informationstechnologie GmbH. Zuvor war er in führenden Positionen bei der Westpac Banking Group in Sydney/Australien tätig. Sein Vortrag zum Thema „Digitale Transformation im Versicherungs- und Bankenwesen. Vergleich der Chancen und Herausforderungen“ verspricht daher, spannend zu werden. Wir haben vorab von ihm ein paar Einblicke in das Thema bekommen.

Oliver Gasmus, Mitglied der Geschäftsführung der ITERGO Informationstechnologie GmbH

Herr Gasmus, die digitale Transformation ist aktuell ein Hypethema. Doch ist es nicht schon immer der Fall, dass Technologie Unternehmen und deren Arbeitsweisen wandelt? Was ist jetzt anders als bisher?

Jede Technologie hat zu ihrer Zeit die Arbeitsweisen und das Leben der Menschen verändert. Der Fortschritt in der Informationstechnologie hat sich in den letzten zehn Jahren exponentiell so stark beschleunigt, dass wir heute auf dem Smartphone über Rechenkapazitäten verfügen, die in den 90er-Jahren teuren Supercomputern vorbehalten waren. Mit Hilfe dieser Technologie haben es einige Unternehmen verstanden, eine neue und radikal verbesserte „Customer Experience“ und Kosteneffizienz zu erzeugen, die bereits viele Märkte digital transformiert hat. Diese Transformation wird sich weiter beschleunigen und alle Geschäftsmodelle nachhaltig verändern. Hinzu kommt, dass das niedrige Zinsniveau zu einer hohen Verfügbarkeit von Venture Capital führt. Dieses Kapital wird in Start-ups investiert, um Wachstum und Disruption in bestehenden und neuen Märkten zu erzielen.

Sie haben lange in der Bankenwirtschaft gearbeitet und sind seit diesem Jahr in der Versicherungsbranche tätig. Wie unterscheiden sich die Herausforderungen der digitalen Transformation für Versicherungen von denen für Banken?

Auf der einen Seite sehe ich viele Gemeinsamkeiten. Dazu zählen hohe Eintrittsbarrieren für Wettbewerber durch Kapital- und regulatorische Anforderungen, hohe Datenvolumina und organisch gewachsene Legacy Systeme, Produkte und Datenstrukturen sowie auch die Anforderungen an Datensicherheit, Stabilität und Verfügbarkeit der Systeme. Auf der anderen Seite laufen im internationalen Bankenbereich bereits ca. 95 % der Kundentransaktionen im digitalen Kanal ab (ATM, Online Banking, elektronischer Zahlungsverkehr). Viele Kunden haben mehrmals am Tag elektronischen Kontakt mit ihrer Bank. Hier gibt es bei Versicherungen noch Luft nach oben. Die Herausforderung der echten Omni-Kanalunterstützung ist meines Erachtens nach noch nicht gelöst. Die digitale Einbindung der Ausschließlichkeitsorganisationen ist eine spezielle Herausforderung der Versicherungen.

Was bedeutet die Digitalisierung für IT-Abteilungen? Welche neuen Aufgaben bzw. Aufgabenfelder entstehen?

Die Rolle der IT verändert sich drastisch. Die prominentesten neuen Rollen sind die des Chief Digital Officers und des Chief Customer Officers, die häufig nicht in den klassischen IT-Abteilungen angesiedelt sind. Noch wichtiger erscheint mir, dass IT-Teams immer häufiger und viel näher in das eigentliche Kerngeschäft eingebunden werden. Technologie findet nicht mehr nur in der IT und im Rechenzentrum statt, sondern ist jetzt Thema im Boardroom. Agile Vorgehensweisen verlangen eine neue Art der Zusammenarbeit zwischen Fachbereich und IT. Anforderungen werden nicht mehr über den Zaun geworfen, sondern gemeinsam formuliert und umgesetzt. Das erfordert eine Neuausrichtung aller Beteiligten. Neben technischer Kompetenz über ein breites Spektrum sind Kundenorientierung und Sozialkompetenz für alle „Technologists“ unumgänglich.

Erleben Sie Oliver Gasmus live auf dem Messekongress IT am 28./29. Nov. 2017

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Katharina Thiemann
Katharina Thiemann ist seit 2013 bei den Versicherungsforen Leipzig im Team „Unternehmenskommunikation und Partnerbetreuung“ tätig. Dort leitet sie die Pressearbeit des Unternehmens und verantwortet die Redaktion des Kundenmagazins. Als PR-Beraterin betreute die gelernte Kommunikationswissenschaftlerin vor ihrer Anstellung bei den Versicherungsforen die Öffentlichkeitsarbeit von IT-Unternehmen.