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Kognitive Computer können die enormen Datenmengen, die wir täglich produzieren, erfassen, verstehen und ähnlich wie ein menschliches Gehirn, daraus lernen. Aufbauend auf dieser Technologie entsteht eine neue Generation intelligenter Bots, Apps und Dinge, die unseren Alltag, aber vor allem auch unsere Arbeitswelt, verändern. Einige Bots und deren Einsatzfelder wollen wir im Folgenden vorstellen.

Rechtsbeistand

Bei der Überprüfung juristischer Verträge könnten zukünftig Bots Dokumente mit branchenüblichen Standardverträgen vergleichen und bei juristischen Fallstricken auf Änderungsvorschläge hinweisen.

Erfolgschancen

Recht baut auf wiederkehrenden Prüfungsschemata auf und Lösungsstränge lassen sich in präzise Schritte zerlegen. Öffentlich zugängliche Gesetze, Urteile und Verträge bilden eine große Datenmenge, mit der die entsprechende Software sehr schnell lernen kann. Hohe Erfolgschancen sind zu erwarten.

Wo kommt der Bot bereits zum Einsatz?

Das LegalTech Start-up rfrnz nutzt Künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen und Sprachverarbeitung, um die Vertragsanalyse für Anwälte zu beschleunigen. Die relevanten Informationen werden herausgefiltert und rechtliche Risiken identifiziert.

Kundenkommunikation

Chatbots sind mithilfe intelligenter Software in der Lage, die menschliche Kommunikation zu simulieren, zu automatisieren, textlich unstrukturierte Informationen zu verstehen und in natürlicher Sprache zu antworten.

Erfolgschancen

Zur schnellen Klärung von Sachverhalten verspricht der Bot im Service großen Erfolg. Auch komplexere Vorgänge sind bereits zu beobachten: Bei Änderung von Adressdaten folgt nicht nur die Anpassung des Versicherungsschutzes, sondern auch die Vermittlung von Zusatzversicherungen.

Wo kommen Bots hier bereits zum Einsatz?

Die Oratio GmbH bietet mit insurista Versicherungsunternehmen eine Kommunikationsplattform, die KI-basierte Chatbots nutzt und via Facebook-Messenger den Nutzer berät. Sollte der Vorgang durch den Chatbot nicht mehr mit ausreichender Sicherheit richtig beantwortet werden können, übernimmt ein Sachbearbeiter die Gesprächsführung.

Anlageberatung / Vermögensverwaltung

»Robo Advisory« bezeichnet Firmen, die eine (zumindest teilweise) automatisierte Form der Geldanlage anbieten. Auf Basis von Kundendaten bezüglich der Investitionsziele, Risikobereitschaft, der finanziellen Situation und des Zeithorizonts errechnet ein Algorithmus Anlagevorschläge und schlägt ein entsprechendes Portfolio vor. Auch die Verwaltung, Optimierung und Überwachung erfolgt bereits durch Robo Advisor.

Erfolgschancen

Die computergesteuerten Algorithmen unterliegen keinen Gefühlsschwankungen und lassen sich nicht von vorübergehenden Trends zur Investition in bestimmte Wertpapiere verleiten. Es ist eine Frage der Zeit, bis sich die Anlagevorteile in verlässlichen Zahlen widerspiegeln und das Vertrauen wächst. Laut der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman verwalten Robo Advisor weltweit bereits ein Vermögen von rund 75 Milliarden USD.

Wo kommen Bots hier bereits zum Einsatz?

Robo Advisor Scalable Capital ist der größte computergestützte Anlageberater Deutschlands. Das Start-up hat einen proprietären Algorithmus entwickelt, der das Portfolio laufend überwacht und Umschichtungen empfiehlt, sobald das Risiko von der gewählten Kategorie abweicht. Bei den Versicherern kommen Robo-Advisor-Tools kaum zum Einsatz. Schätzungen des Marktforschungsunternehmens Gartner zufolge liegt der Anteil bei lediglich einem Prozent aller Versicherer weltweit.

Digitale Assistenten

Die intelligenten Softwareassistenten sollen künftig dabei helfen die gesamte Tagesplanung zu übernehmen und so viel Arbeit wie möglich abzunehmen.

Erfolgschancen

Die Aufgabe ist bei gut gepflegten Kalender- und Kontaktdaten trivial. Umso mehr Zugriff, und damit umso mehr Daten die Software besitzt, umso besser funktioniert das System.

Wo kommt der Bot bereits zum Einsatz?

Die Softwareassistenten wie Siri oder Cortana analysieren E-Mails, Terminkalender und die Bewegungsdaten des Nutzers, um Aufgaben und Termine zu koordinieren. Googles Now analysiert auf Wunsch auch Informationen aus Apps.

Sprachassistenten

Die Spracheingabe ermöglicht eine natürliche Kommunikation mit Maschinen und eine leichte Steuerung. Während Suchmaschinen seitenlange Trefferlisten anbieten, versprechen Sprachassistenten sofort das optimale Ergebnis, denn sie erkennen nicht nur was wir sagen, sondern auch wie wir es meinen.

Erfolgschancen

Die Konversationen, mit z.B. dem VoiceService »Alexa«, wirken natürlich und Kontextfragen werden gut aufgegriffen; selbst die Sprachausgabe nähert sich dem eines Menschen. Nutzer fürchten jedoch um die Privatsphäre und Datenschutz.

Wo kommt der Bot bereits zum Einsatz?

»Alexa« als Sprachsteuerung kann mit weiteren Funktionen (»Skills«), ausgestattet werden. Einen dieser Skills nutzt die Deutsche Familienversicherung, um zukünftige Produkte über die Sprachsteuerung zu vertreiben.

Mehr zum Thema Künstliche Intelligenz gibt es auf dem Messekongress IT für Versicherungen am 28./29. Nov. 2017

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Marianne Kühne
Marianne Kühne ist seit November 2015 bei den Versicherungsforen Leipzig als Referentin im Kompetenzteam „Digitalisierung und Innovation“ tätig. Frau Kühne ist Betriebswirtin mit einem Master-Abschluss der Universität Leipzig im Fachbereich „Banken und Versicherungen“. Während ihres Studiums war Frau Kühne im Haus der Victoria Versicherung AG und später der Ergo Versicherung AG in verschiedenen Bereichen tätig. Im Rahmen ihrer Tätigkeit bei den Versicherungsforen Leipzig betreut Marianne Kühne aktuell den Partnerkongress der Versicherungsforen Leipzig, der jährlich veranstaltet wird.