Netzwerken! Innovationen! Und ganz viel Start-up-Feeling! – Das war der Partnerkongress 2017

Die Versicherungsforen haben eine sehr turbulente Veranstaltungswoche hinter sich, denn nachdem drei Fachkonferenzen den Auftakt in die Herbstsaison machten, startete am Donnerstag der jährliche Partnerkongress mit 300 Teilnehmern in einen thematisch abwechslungsreichen Tag. Dieser stand wieder ganz im Zeichen des Netzwerkens. Wer es tagsüber nicht geschafft hatte, sich mit den Kollegen auszutauschen, der hatte bei der Abendveranstaltung in der Moritzbastei noch einmal Gelegenheit dazu. Doch auch fachlich hatte der Partnerkongress wieder einiges zu bieten, denn der Tag war vollgepackt mit spannenden Beiträgen und Spitzenreferenten.

Der erste Beitrag des Tages kam von John-Paul Pieper, CEO  der nexible GmbH. In seinem Beitrag „Ohne Revolution geht es nicht: nexible – die Digitalmarke der ERGO“ sprach er über agiles Arbeiten. Dabei lernte man nicht nur etwas über Kampfstrategien der Römer und Mongolen, sondern bekam auch einen ersten Eindruck von der Arbeitsweise des ERGO-Spin-off. Nexible setzt auf agile Teams, die Entscheidungen selber treffen und umsetzen. Ziel soll es sein, mit der Kundenrealität Schritt zu halten und die Komplexität traditioneller Versicherer aufzulösen.

John-Paul Pieper – CEO, nexible GmbH

John-Paul Pieper – CEO, nexible GmbH

Die zweite Keynote hielt Dr. Johannes Dick, Leiter Konzernentwicklung bei der AXA Konzern AG. Mit dem Innovation Campus sorgte die AXA für reichlich Schlagzeilen. In seinem Vortrag brachte Dr. Dick den Teilnehmern die Idee hinter dem Campus näher. Ganz nach dem Motto „Man muss das Rad nicht neu erfinden“ setzt die Axa auf Kooperationen mit jungen Start-ups, um neben strategischen Vorteilen in der Assekuranz auch neue Kunden-Touchpoints zu generieren. Seit 2015 hat das Unternehmen bereits über 1000 Start-ups unter die Lupe genommen. Nur ein Bruchteil der gescorten Unternehmen hat es in die Kooperation mit dem Konzern geschafft. Einige der Kooperationen führte Dr. Dick beispielhaft in seinem Vortrag an.

Dr. Johannes Dick – Leiter Konzernentwicklung, AXA Konzern AG

Dr. Johannes Dick – Leiter Konzernentwicklung, AXA Konzern AG

Auch die dritte Keynote stand im Zeichen der Innovation: Dr. Hagen Habicht (Digital Impact Labs Leipzig) und Rainer Huber (Auxilia Rechtsschutz-Versicherung) arbeiten gemeinsam mit sechs weiteren Versicherern im Insurance Innovation Lab an Innovationen für die Branche. Unter dem Titel „Innovieren mit Wettbewerbern: Ist das smart oder naiv?“, klärten sie die Frage, ob gemeinsames Innovieren mit dem Wettbewerber funktionieren kann. Beide beantworteten diese Frage mit einem „ja“, denn bei der gemeinsamen Arbeit gehe es nicht darum, konkrete Produkte zu entwickeln, sondern vielmehr darum, ein Verständnis dafür zu schaffen, wie die Branche sich zukunftsfähig ausrichten kann, und Lösungswege für übergreifende Probleme aufzuzeigen.

Dr. Hagen Habicht – Geschäftsführer, Insurance Innovation Lab Rainer Huber – Vorsitzender des Vorstandes, AUXILIA Rechtsschutz-Versicherungs-AG

Dr. Hagen Habicht – Geschäftsführer, Insurance Innovation Lab
Rainer Huber – Vorsitzender des Vorstandes, AUXILIA Rechtsschutz-Versicherungs-AG

Zwischen den Keynotes fanden über den Dächern Leipzigs drei parallele Themenwelten sowie die Speakers‘ Corner statt. Themenschwerpunkte waren hier „Sharing Economy“, „Cyber Risk und Cyber Security“ sowie „Artificial Intelligence“. Neben FinTechs wie Scalable und Bitbond gab es u. a. Vorträge von etablierten Playern wie Hiscox, der Ergo Group und E.ON SE.

Den fachlichen Abschluss machte, wie bereits im letzten Jahr, die Podiumsdiskussion zum Thema „Next Monday morning: die Arbeitswelt und der Vertrieb der Zukunft“. Sybille Arnegger (Deutsche Bank), Martin Fleischer (Bavaria Direkt), Dr. Erritt Schossberger (Unternehmen mit Zukunft) und Bastian Unterberg (jovoto) diskutierten moderiert von Versicherungsforen-Geschäftsführer Jens Ringel, wie sich die Arbeitswelt in Anbetracht der demografischen und technologischen Entwicklungen wandeln wird. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere der technologische Fortschritt die Arbeitswelt dahingehend verändern wird, dass standardisierte Prozesse automatisiert werden und dem Mitarbeiter unterstützend zur Seite stehen. Kreative Berufe lassen sich nicht automatisieren, gab Bastian Unterberg hierbei zu bedenken. Einig waren sich die Diskutanten darüber, dass in vielen Unternehmen ein Kulturwandel notwendig ist, um die erforderlichen Innovationen ins Unternehmen zu tragen.

Von links nach rechts: Jens Ringel (Versicherungsforen Leipzig), Dr. Erritt Schossberger (Unternehmen mit Zukunft), Martin Fleischer (Bavaria Direkt), Sybille Arnegger (Deutsche Bank) und Bastian Unterberg (jovoto)

Von links nach rechts: Jens Ringel (Versicherungsforen Leipzig), Dr. Erritt Schossberger (Unternehmen mit Zukunft), Martin Fleischer (Bavaria Direkt), Sybille Arnegger (Deutsche Bank) und Bastian Unterberg (jovoto)

Besonders gut kam bei den Teilnehmern der in diesem Jahr erstmalig ausgerufene Rockstar Award an. Elf Insur-, Health- und LegalTechs pitchten vor dem Publikum und einer Fachjury um den Sieg des „Rockstar Awards“. Am Ende konnte es nur einer werden und das Publikum stimmte mit überragender Mehrheit für DIPAT Die Patientenverfügung. Gründer und Geschäftsführer Dr. Paul Brandenburg, der selbst als Notfallmediziner arbeitet, konnte sein Produkt in einem stimmigen Pitch verpacken und das Auditorium davon überzeugen, dass die herkömmliche Patientenverfügung nicht ausreicht und sein Angebot ein echtes Problem löst. Auf den vorderen Plätzen tummelten sich zudem die InsurTechs Kasko, hepster und Penseo. Verliehen wurde der Award auf der Abendveranstaltung des Partnerkongresses in der Moritzbastei.

Die Start-up Pitches und der strahlende Sieger des Rockstar Awards 2017 DIPAT Die Patientenverfügung mit Dr. Paul Brandenburg

Die Start-up Pitches und der strahlende Sieger des Rockstar Awards 2017 DIPAT Die Patientenverfügung mit Dr. Paul Brandenburg

Unser Fazit als Veranstalter: Auch in diesem Jahr war es wieder eine sehr spannende Veranstaltung, die viel Raum zum Netzwerken bot. Der Start-up Award, den wir in diesem Jahr erstmalig durchgeführt haben, kam bei den Teilnehmern sehr gut an. Wir werden also sicher auch im nächsten Jahr den Rockstar Award wieder durchführen. Auch die thematische Vielfalt stieß auf großen Zuspruch und wird in einer ähnlichen Form im nächsten Jahr fortgeführt werden.


 

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