Die ersten SFCR unter Solvency II – Das neue Aushängeschild einer jeden Versicherung

Nach einer längeren Aufwärmphase wird es heute spannend, denn die ersten SFCR-Offenlegungen von Einzelunternehmen werden erwartet. Am 3. Juli 2017 sind dann die Gruppen an der Reihe. Die SFCR sind Bestandteil der Säule 3 von Solvency II. Die Reports dienen der Transparenzerhöhung gegenüber der Öffentlichkeit und machen in fünf Kapiteln qualitative sowie quantitative Angaben über die Solvabilität und Finanzlage des Unternehmens. Die Reports werden auf den Webseiten der Unternehmen bereitgestellt.

 

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Ein Blick auf die ersten Berichte vom November 2016  

Die oben genannten Fristen gelten für Unternehmen, deren Geschäftsjahr mit dem Kalenderjahr übereinstimmt. Für Unternehmen mit abweichendem Geschäftsjahr gelten entsprechend andere Fristen, sodass einige Versicherer ihren ersten SFCR bereits veröffentlichen mussten. Endete das Geschäftsjahr beispielsweise am 30. Juni 2016, war der Bericht Mitte November (für Einzelunternehmen) bzw. Ende Dezember 2016 (für Gruppen) fällig.

Die bereits verfügbaren Berichte vermitteln einen ersten Eindruck, wie die Unternehmen das Thema SFCR umsetzen. In unserem Themendossier „Solvency II, Kapitalanlage & Co: Was bleibt unterm Strich?“ bin ich bereits ausführlicher auf die Berichte eingegangen. Daher möchte ich an dieser Stelle nur die wesentlichen Auffälligkeiten erwähnen:

Der Umfang der Berichte war erwartungsgemäß sehr unterschiedlich. Während die britische Vitality Life Limited beispielsweise auf insgesamt 73 Seiten Bericht kommt, sind es bei der gibraltarischen The Care Insurance Company Limited, bei der diverse Unterabschnitte „Not applicable“ sind, nur 24 Seiten. Auch qualitativ gab es Unterschiede: So verwirrte die maltesische International Diving Assurance Limited mit einem fehlerhaften Inhaltsverzeichnis und war auch bei der Ausgestaltung und Anordnung der Unterabschnitte sehr kreativ.

Bei unserer Auswertung der ersten Offenlegungs-Berichte sind weiterhin die Abschnitte B und C ins Auge gefallen. Abschnitt B des SFCR ist dem Governance-System des Unternehmens gewidmet. Im Abschnitt C des SFCR geht es um das Risikoprofil des Unternehmens. Die Schlüsselfunktionen in Abschnitt B sind bei den Unternehmen unterschiedlich umgesetzt. So sind bei manchen Versicherern die Schlüsselfunktionen ganz oder teilweise ausgelagert. Die Erläuterungen zum Risikoprofil in Abschnitt C fallen ebenfalls vom Umfang her sehr unterschiedlich aus. Sehr kurz gehalten ist dieser Abschnitt bei der britischen Wren Insurance Association Limited, welche die verschiedenen Risikokategorien kurz beschreibt und die Erläuterungen zu Risikoexponierung, -konzentration, Risikominderungstechniken und Risikosensitivität vernachlässigt.

Wer mehr über die Offenlegung mittels der SFCR erfahren und sich mit Kollegen austauschen möchte, dem empfehle ich unseren 6. Messekongress „Finanzen & Risikomanagement“ am 22./23. Juni 2017 in Leipzig. Solvency II und die Berichterstattung sind u. a. Themenschwerpunkte der Veranstaltung. Eine Keynote kommt zudem von Dr. Jürgen Bierbaum, Stellvertretendes Mitglied des Vorstandes bei der ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung. Er wird den Teilnehmern des Kongresses einen Praxiseinblick gewähren. Ein lesenswertes Interview mit Dr. Bierbaum zur Umsetzung von Solvency II finden Sie hier.


 

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