Nachhaltigkeit an der Dienstleisterschnittstelle – Im Interview mit Carglass®

In diesem Jahr findet der Messekongress »Schadenmanagement & Assistance« im Zeichen der Nachhaltigkeit statt. Nicht nur unsere diesjährige Umfrage »Innovation und Nachhaltigkeit im Schadenmanagement« richtet sich am neuen Thema aus, auch Verpflegung, Transport und Logistik gestalten wir in diesem Jahr „grün“. Wie „grün“ die Versicherungsunternehmen sind, habe ich bereits in meinem Beitrag »Nachhaltigkeit im Schadenmanagement – Werden die Versicherer „grün“?« diskutiert. Insbesondere die Dienstleisterschnittstelle bietet Ansätze für nachhaltiges Agieren. Im Interview mit Klaus Müller und Saskia Bloch von Carglass® erfahren wir, wie Nachhaltigkeit auf der Dienstleisterseite gelebt werden kann.

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Unsere Interviewpartner von Carglass®

 

Carglass® ist in diesem Jahr Hauptsponsor auf dem Messekongress „Schadenmanagement & Assistance“. Sie haben sich im Vorfeld des Kongresses stark gemacht, das Thema Nachhaltigkeit in der Versicherungsbranche auf die Agenda zu heben. Wie ist Ihrer Meinung nach das nachhaltige Agieren an der Dienstleisterschnittstelle von Versicherungsunternehmen aufgestellt?

Klaus Müller: Versicherer messen dem Thema Nachhaltigkeit bereits eine hohe Bedeutung zu. Das liegt zum einen an den steigenden Ansprüchen der Investoren und Kunden sowie zum anderen an den Anpassungen in den Regulierungen (Stichwort: CSR-Berichtspflicht). Das nachhaltige Agieren an der Dienstleisterschnittstelle beginnt aber sicherlich mit der Wahl des richtigen Dienstleisters. Neben Leistungsfähigkeit und Preis sollte eben auch betrachtet werden, wie der Dienstleistungspartner seiner ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung (CSR – Corporate Social Responsibility) gerecht wird. Dazu gehören für uns im Bereich Umwelt beispielsweise, dass wir alternativ-betriebene Fahrzeuge testen und in die Flotte aufnehmen, neue Technologien ausschöpfen, um die Energieeffizienz stetig zu verbessern sowie die Nutzung von 100 Prozent Ökostrom.

Carglass® verfolgt die Repair-First-Strategie. Wo liegen die Vorteile?

Klaus Müller: Mit unserer Repair-First-Strategie ziehen wir die Glass Medic (Reparatur) einem Scheibenaustausch bei Carglass® grundsätzlich vor. Zunächst fallen im Vergleich zum Austausch der Windschutzscheibe 75 Prozent weniger Emissionen an und zum anderen sparen wir Ressourcen – ein Vorteil, der nicht nur allen Beteiligten, sondern vor allem dem Klima und damit der Gesellschaft zu Gute kommt. Carglass® klärt jeden Kunden über diese Möglichkeit und deren Nutzen auf. Ob eine Windschutzscheibe repariert werden kann oder neu eingebaut werden muss, hängt von Faktoren wie zum Beispiel Art, Größe und Lage der Beschädigung ab und ist gesetzlich reguliert.
Ein weiterer Vorteil für den Kunden: In der Regel ist eine Scheibenreparatur in 30 Minuten abgeschlossen und das Auto wieder fahrbereit – das spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Nicht zuletzt geben die meisten Versicherer einen Teil der erzielten Einsparung an den Kunden weiter und verzichten auf die bei einem Austausch fällig gewordene Selbstbeteiligung.
Zudem ist die Glass Medic aufgrund der geringen Kosten im Vergleich zum Austausch auch für den Versicherer attraktiv. Und da sie für uns nicht nur ein Werbeversprechen ist, kooperieren wir mit nahezu allen namhaften Versicherungsunternehmen.

Was bedeutet das für Ihre Zusammenarbeit mit den Versicherungen?

Klaus Müller: Nicht nur für den Kunden, sondern auch für den Versicherer bedeutet das eine schnellere und problemlose Abwicklung des Kaskoschadens. Bei der Behebung seines Glasschadens hat der Versicherungsnehmer wesentlich mehr Kontakt zu Carglass® als zu seiner Versicherung. Dabei möchten wir den Kunden nicht nur für unsere Dienstleistungen begeistern. Uns ist es wichtig, ihm ebenfalls zu vermitteln, dass er bei „seinem“ Versicherer in den besten Händen ist. Dass wir hier auf einem sehr guten Weg sind, zeigen unsere per Net Promoter Score (NPS) ermittelten Kundenzufriedenheitswerte. Im vergangenen Jahr lagen diese bei rund 90 Prozent.
In der Zukunft wird die Preisschere zwischen Reparatur und Austausch übrigens noch weiter auseinandergehen. Denken Sie nur an die Zusatzkosten, die für die Kalibrierung von kamerabasierten Fahrerassistenzsystemen bei einem Tausch der Windschutzscheibe anfallen. Die Scheibenreparatur beeinträchtigt diese Systeme nicht und eine anschließende aufwendige Kalibrierung entfällt völlig.

Nehmen die Kunden neben der Kostenersparnis auch den Nachhaltigkeitsaspekt wahr? Wie sind da Ihre Erfahrungen?

Saskia Bloch: Wir haben unsere Kunden bisher nicht aktiv über unser explizites Nachhaltigkeitsengagement informiert. Nichtsdestotrotz zeigen extern durchgeführte Umfragen, dass unsere Kunden die Marke Carglass® „sehr stark“ mit Nachhaltigkeit assoziieren. Wir wurden in einer Umfrage in 2017 mit dem höchsten Verantwortungswert als Testsieger ausgezeichnet. Das zeigt, dass wir mit unserer klimafreundlichen „Repair-First-Strategie“ den Puls der Zeit treffen und unsere Kunden unser Engagement wertschätzen. Gerne möchten wir unsere CSR-Kooperationen weiter ausbauen und sind sehr daran interessiert, weitere Projektpartner zu finden.

Wie gewährleistet Carglass® die Reduktion von Emissionen?

Saskia Bloch: Zur Sicherung unserer Standards überwachen wir unsere Umweltbilanz regelmäßig und werten sie mindestens einmal im Jahr aus. Seit 2010 lässt sich Carglass® unter anderem nach dem Umweltmanagementsystem DIN EN ISO 14001 zertifizieren. Durch „Reverse logistic“ (Rückführung von genutzten Ressourcen sowie ordnungsgemäße Entsorgung) und eine optimierte Routenplanung reduzieren wir unseren CO2 -Ausstoß. In 2017 haben wir vor, weitere Servicecenter auf LED-Technik umzustellen. Weitere Maßnahmen sind geplant.

Können Sie dazu schon Näheres sagen?

Saskia Bloch: Ja, wir planen beispielsweise den Ausbau unserer Elektroflotte. Derzeit testen wir diverse Fahrzeuge mit alternativem Antrieb, die zu unserem Dienstleistungsgeschäft passen. Darüber hinaus werden wir am 28.3.2017 auf dem Messekongress »Schadenmanagement & Assistance« in Leipzig ein spannendes Kooperationsprojekt im Bereich Klimaschutz vorstellen, für das wir bereits den ersten namhaften Versicherer begeistern konnten. |

 

Carglass ist auf dem Messekongress »Schadenmanagement & Assistance« als Aussteller vertreten (Stand 21) und wird am 28.3.2017 um 12:50 Uhr einen Vortrag zum Thema „Corporate Responsibility – Marketingtool oder Werteverständnis?“ halten.


 

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