#whatwethinkweknow: 9 Thesen zur Zukunft von InsurTechs

Im Rahmen des InsurTech Meetups in Berlin habe ich im vergangenen September über die Zukunft von InsurTechs referiert. Einige meiner wichtigsten Gedanken möchte ich euch heute vorstellen:

Idea concept with row of light bulbs and glowing bulb

Idea concept with row of light bulbs and glowing bulb | ©chones | Fotolia.com

 

#1 InsurTechs sind wichtig. Jedes einzelne von ihnen.

Die Branche braucht sie. Sie entlarven Marktineffizienzen und treiben sowohl Innovationen als auch technologische Entwicklungen voran. Zudem rücken InsurTechs wieder den Kunden in das Zentrum der Aufmerksamkeit und beschleunigen Veränderungsprozesse in der Assekuranz.

#2 Dennoch werden viele der zurzeit existierenden InsurTechs nicht in ihrer jetzigen Form überleben.

Die aktuell existierenden Geschäftsmodelle besitzen keinen USP (Unique Selling Proposition) und können somit vergleichsweise einfach nachgeahmt werden. Diese InsurTechs werden entweder ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen, vom Markt verschwinden oder von einem Wettbewerber aufgekauft.

#3 Es wird Überlebende geben.

Wir glauben, dass von den 47 InsurTechs, die momentan in der DACH-Region tätig sind, in den nächsten drei Jahren nur noch fünf bis zehn auf dem Markt vertreten sind. Diese haben dann jedoch ihr Existenzrecht in dem extrem wettbewerbsintensiven Markt bewiesen. Sie werden hauptsächlich mit traditionellen Versicherungsmaklern konkurrieren, wobei ihre Vorteile in effizienten Technologien und automatisierten Prozessen liegen werden.

#4 Die Geschäftsmodelle der InsurTechs werden sich verändern.

Die aktuellen Vertriebsmodelle und die Fokussierung auf B2C-Prozesse werden nicht komplett verschwinden, jedoch ein Stück weit in den Hintergrund rücken. Ihr Platz wird von komplexen und anspruchsvollen Geschäftsmodellen eingenommen, die sich auf Datenanalysen, Risiko- und Schadenmanagement konzentrieren. Viele der Unternehmen werden Whitelabel-Produkte im B2B-Bereich anbieten und es sich zur Aufgabe machen, verbesserte Lösungsansätze für Versicherungsunternehmen anzubieten.

#5 Die Etablierung zahlreicher hoch spezialisierter FinTechs wird die Kundenzufriedenheit zunächst senken.

Der Vorteil einer Spezialisierung wird zum Nachteil, wenn eine hohe Anzahl ähnlicher FinTechs um die Aufmerksamkeit der Kunden konkurriert. Die Herausforderung wird demnach sein, dass verschiedene Geschäftsmodelle – von sowohl Start-ups als auch bisherigen Marktteilnehmern – nahtlos miteinander kooperieren, sodass für den Kunden nur eine begrenzte Anzahl an möglichen Anbietern sichtbar ist. Kooperationen, auch über Branchengrenzen hinaus, sind die Zukunft.

#6 Kein InsurTech ist disruptiv.

Neue Geschäftsmodelle werden die Branche nicht verändern, dafür aber die ausgefeilten Technologien hinter den Geschäftsmodellen. Die Disruption beginnt erst dann, wenn „Gamechanger“ wie P2P, Blockchain, Big Data und künstliche Intelligenz dazu führen, dass Marktteilnehmer, wie wir sie jetzt kennen, verschwinden.

#7 Daten sind das A und O.

Daten sind die natürlichen Ressourcen des 21. Jahrhunderts. Die Unternehmen, die den cleversten und effizientesten Ansatz haben, die richtigen Daten zum richtigen Zweck und Zeitpunkt zu nutzen, können Kundenbedürfnisse und ihre Entscheidungen vorhersagen. Wenn sie in der Lage sind, diese vorherzusagen, sind sie auch in der Lage, diese zu verändern. Die Unternehmen, die im Besitz der richtigen Daten sind, werden den Markt bestimmen.

#8 Der richtige Zeitpunkt für Veränderungen ist jetzt.

Eine hochgradig konservative, dramatisch langsame und von Politik und Bürokratie gelähmte Branche trifft auf eine kundenorientierte und vollständig digitalisierte Generation von Unternehmern, die gnadenlos jede Ineffizienz aufdecken, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte in der Assekuranz aufgebaut wurde. All dies geschieht in einem Markt, der geprägt ist von „billigem Geld“, verrückten Investitionssummen und unrealistischen Performanceerwartungen. Es gab niemals einen besseren Zeitpunkt, um den Markt zu revolutionieren.

#9 Die Veränderung hat gerade erst begonnen.

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Bloggt zu den Themen: Innovation, Weitere Themen

Eine Antwort zu “#whatwethinkweknow: 9 Thesen zur Zukunft von InsurTechs”

  1. Tobias sagt:

    Sehe ich einiges ähnlich, die erste Welle wird größtenteils mal das Geld ausgehen oder geschluckt werden. So richtig innovative Sachen fehlen im Moment – tendenziell sind bei den Versicherer & Unternehmen die Abläufe zu festgefahren.

    Heute erschien (gutes Timing) auch ein Interview zu dem Thema mit mir. Man merkt, ich bin noch recht Praxisorientiert und zwischen der Offline- und Onlinewelt gefangen ;-).

    http://www.dasinvestment.com/versicherungs-apps-makler-viele-insurtechs-werden-einen-langsamen-tod-sterben/?page=1

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