Wenn ein DJ auflegt, bunte Spotlights über die Bühne jagen, illuminierte Trommler den Takt vorgeben und sieben Leinwände um die Wette leuchten, muss man sich nicht zwangsläufig auf einem Konzert befinden, wie wir letzte Woche auf dem Pioneers Festival in Wien feststellten. 500 vielversprechende early-stage Start-ups präsentierten sich und ihre Ideen den ca. 2.500 Besuchern des Festivals in der Wiener Hofburg. Für uns die perfekte Gelegenheit, um im Auftrag des »New Players Network« erneut die Augen nach spannenden Ideen für die Finanz- und Versicherungswelt aufzuhalten.

 

Pioneers Festival 2016

 

Unternehmer, die die Welt  verändern

Herz des Festivals ist die Wahl des Start-ups des Jahres, wobei bereits im Vorfeld eine Jury die Finalisten, je ein Unternehmen aus den sieben Themenwelten Mobility, Lifestyle & Entertainment, Energy & Utilities, Materials & Manufacturing, Life Sciences & Agriculture, Business & Productivity sowie Financial Services, wählte. Rund um die Wahl rankte sich ein buntes Programm aus Keynotes, Start-up-Pitches und Weiterentwicklungsangeboten. Besonders inspirierend waren die Keynotes von Manoj Bhargava (Living Essentials) und Dean Kamen (First).

Manoj Bhargava verfolgt das Ziel, etwas in der Welt zu bewegen und insbesondere denen zu helfen, die schlechter gestellt sind. Entsprechend entwickelt seine Firma „Living Essentials“ Produkte, um die Wasser-, Elektrizitäts- und Gesundheitsversorgung in weniger entwickelten Ländern sicher zu stellen. Sein elektrisches, fahrradähnliches System schafft es bspw. durch eine Stunde „treten“, Elektrizität für 24 Stunden zu generieren. Dabei denkt er sehr pragmatisch und verfolgt Lösungen, die sofort Wirkung zeigen und nicht erst in einer fernen Zukunft Früchte tragen.

Auch Dean Kamen arbeitet am technologischen Fortschritt. Über 440 Patente hält der Erfinder insbesondere im medizinischen Bereich. Von hochsensiblen Armprothesen bis hin zum 3D-Druck von Organen reichen seine Forschungsarbeiten. Ganz besonders am Herzen liegt ihm die Sensibilisierung von Kindern für die Ingenieurswissenschaft.

 

Pitches in sieben Themenwelten & Start-up-Schule

Von Kinderspielzeug für die Programmierer von morgen oder einem Ortungsdienst, der anstatt umständlicher Koordinaten mit drei Worten jeden Platz der Erde lokalisiert, über Verfahren zur Reinigung der Ozeane und Anwendungsfälle für RFID-Technologien bis hin zu flexiblen Oberflächensensoren oder Ultraschall, der virtuelle Objekte spürbar macht, reichten hingegen die Ideen der Start-ups. Dabei waren die Begeisterung und das Herzblut der Gründer allgegenwärtig. Entsprechend gut besucht waren auch die speziellen Academy-Angebote. Conrad Egusa (Publicize) erklärte beispielsweise, wie ein Start-up mit den Medien umgehen sollte. Während die Session von AWO & Advantage Austria Tipps für die Expansion ins Ausland parat hielt. So locken zwar viele Start-up-Hochburgen wie London mit Steuervorteilen und einem großen Pool talentierter Fachkräfte, dennoch ist es wichtig dort zu sitzen, wo sich auch potentielle Partner befinden. Im B2C-Bereich hat das Silicon Valley hier die Nase vorn, sucht man B2B-Partner wird man hingegen in anderen Regionen wie z. B. Hongkong oder Singapur fündig.

 

Pioneers Festiavl 2016

 

Ideen für die Finanzwelt

Auch im Bereich Finanzen und Versicherungen ließen sich einige Start-ups entdecken, auch wenn der Bankenbereich stärker vertreten war. Allen voran das dänische Start-up pleo, das zum Gewinner der diesjährigen Start-up-Wahl gekürt wurde. pleo bietet Unternehmen Prepaid-MasterCards, mit denen Mitarbeiter einfach und unkompliziert Zahlungen tätigen können. Feste Budgetvergaben sowie die Integration verschiedener Buchhaltungssysteme sollen so bspw. die klassische Spesenabrechnung überflüssig machen.

Das Start-up FinanceFox knüpft im Versicherungsbereich an. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als digitalen Versicherungsmanager der Zukunft und bietet seinen Kunden per App den Überblick über sämtliche Versicherungsangelegenheiten, erhält dafür im Gegenzug aber auch die Maklervollmacht von den Kunden.

FinTech Fraugster setzt auf Big Data und Predictive Analytics, um beim Onlinekauf zwischen guten Kunden und potentiellen Betrügern zu unterscheiden, und verspricht so eine Einnahmensteigerung von 35 Prozent. Beim Onlinehandel setzt auch Kasko an. Onlinehändler können über Kasko situative Versicherungslösungen zu ihren Produkten anbieten, um die Abwicklung mit dem Versicherer kümmert sich das Start-up, die Provision wird zwischen Händler und Kasko geteilt.

 

Das war natürlich nur ein kleiner Ausschnitt der vorgestellten Ideen. Wer sich selbst einen kleinen Eindruck von den Gründern, Speakern und der Atmosphäre des Pioneers Festivals verschaffen möchte, findet hier einen Großteil der Sessions online.


 Autoren: Sascha Noack & Magdalena Dröse

Magdalena Dröse
Magdalena Dröse unterstützt seit 2013 das Team „Unternehmenskommunikation und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig. Neben ihren redaktionellen Tätigkeiten für das Online-Wissensportal und die Themendossiers der Versicherungsforen Leipzig, ist sie für die Betreuung der Forenpartnerschaft sowie die Betreuung und Entwicklung der Social-Media-Präsenz der Versicherungsforen Leipzig verantwortlich.