SmartHome auf dem Vormarsch: Stehen Anbieter und Versicherer eigentlich auf derselben Seite?

Kühlschränke die Milch bestellen, Waschmaschinen die Nachrichten verschicken oder miteinander kommunizierende Fenster, Türen und Heizungsanlagen sind schon seit einer ganzen Weile keine Zukunftsmusik mehr. „In zehn Jahren werden wir etwa 1,5 Millionen vernetzte Haushalte zählen“, prognostiziert Alexander Schaper, Geschäftsführer des SmartHome Initiative Deutschland e.V., im Gespräch mit uns. Die SmartHome Initiative Deutschland vernetzt Teilnehmer der Wertschöpfungskette „SmartHome“ aus den Bereichen Forschung, Entwicklung, Industrie, Handel, Handwerk, Versorgern etc. Die wirklichen Treiber der Entwicklung sind jedoch die Menschen selbst. Seit 2014/15 verdreifachte sich die Nachfrage nach SmartHome-Angeboten im Markt, erklärt Schaper. Noch kann zwar nicht von wesentlichen Mengen gesprochen werden, die Tendenz verspricht jedoch starkes Wachstum in nächster Zeit.

 

Smart Home Device - Home Control © AA+W - Fotolia.com

 

Für die Versicherungswirtschaft ist SmartHome in zweierlei Hinsicht interessant. Zum einen stellt sich die Frage, wie die SmartHome-Technologien selbst versicherungstechnisch zu berücksichtigen sind. Sind sie Teil der Immobilie oder des Hausrats? Wird eine eigene Versicherung notwendig oder lässt sich die Absicherung der Technologie in bestehende Policen einbinden? Das sind Fragen, die sich angesichts der Vielfalt des bestehenden und wachsenden Marktes nicht ganz einfach beantworten lassen und Klärungsbedarf erfordern.

Zum anderen sind Kooperationen von Versicherern mit SmartHome-Anbietern im Hinblick auf  Schadenprävention und -regulierung ein spannendes Thema für die Branche. Während in Deutschland die ersten Kooperationen noch recht zögerlich starten, ist Amerika hier schon einen Schritt weiter. Insbesondere im Bereich Brandschutz und Wasserschäden finden sich dort bereits erfolgreiche Kooperationsmodelle. Was das langfristig jedoch für die Rolle von Versicherer und SmartHome-Anbieter gegenüber dem Kunden bedeutet, dessen ist sich Schaper noch nicht sicher. Er hält alle Ausprägungen für möglich. Während für einen Teil der Versicherer das eigentliche Schadenbild bzw. Risiko das Kernthema darstellt, für dessen Absicherung Sorge getragen werden muss, steht bei einem anderen Teil das Kreieren einer neuen Wertschöpfungskette im Vordergrund. Bei dieser ist der Versicherer in jedem Bereich involviert, von der Schadenfeststellung und -meldung bis hin zur Schadenregulierung und -beseitigung. Dieses Vorgehen umfasst in der Regel auch die Kooperation mit Dienstleistern wie z. B. mit Handwerkern über den Bereich SmartHome hinaus.

 

Das vollständige Interview mit Alexander Schaper können Sie sich hier anhören:


 

Bloggt zu den Themen: Innovation, Produktmanagement

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