Start-ups im Schaden- und Leistungsmanagement

Das Schadenmanagement zählt zu den entscheidenden Wertschöpfungsfunktionen im Versicherungsunternehmen und hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt, weg von der Schadenregulierung im Sinne einer reinen Anspruchsprüfung und -gewährung hin zu einem service- und kundenorientierten Leistungsmanagement.

Diese Entwicklung ist angesichts der steigenden Kundenerwartungen, komplexer werdenden Produktlandschaften und zunehmend volatilen Schadenereignisse unumgänglich, wenn sich das Vertrauen des Kunden im „Moment of Truth“ tatsächlich bewahrheiten soll. Gleichzeitig stellen die Aufwendungen für Versicherungsfälle und Schadenbearbeitung die bedeutendsten Kostenfaktoren in Versicherungsunternehmen dar, die es effektiv zu regeln gilt.

Start-ups im Bereich Schaden- und Leistungsmanagement unterstützen Versicherer mit ihren Leistungen bei der Schadenanlage, -bearbeitung und -regulierung bzw. bieten eigene Angebote an, sei es die einfach gehaltene Schadenmeldung per App, ein Online-Schadentracking, die Verwendung von bspw. Fahrverhaltensdaten zur Schadenfallrekonstruktion oder die Vermittlung von Handwerks- oder Schlüsseldiensten per Knopfdruck. Recht unberührt ist bislang jedoch der Bereich der Auszahlung der Versicherungsleistungen an den Kunden. Dass auch an diesem wichtigen Kontaktpunkt Mehrwerte sowohl für den Kunden als auch den Versicherer geschaffen werden können, zeigt das Beispiel des Start-ups OptioPay.

 

Blog-Steckbrief-OptioPay

 

Welche Idee steckt hinter OptioPay?

OptioPay ist eine Auszahlungsplattform, die sämtliche Auszahlungen für Unternehmen abwickelt und dabei verschiedene Auszahlungsmöglichkeiten bietet. Exemplarisch dargestellt: Ein Versicherungsnehmer bekommt für ein gestohlenes Fahrrad 500 Euro von seiner Versicherung. Im Auftrag des Versicherers kontaktieren wir den Kunden und leiten ihn auf das Auszahlungsportal von OptioPay weiter. Dort kann der Kunde wählen, ob er 500 Euro auf sein Konto überwiesen oder bspw. einen Gutschein im Wert von 550 Euro von Fahrrad.de haben möchte. OptioPay wickelt also Auszahlungen ab und bietet dabei die Möglichkeit, anstatt dem Geldbetrag höherwertige Gutscheine zu erhalten.

 

Welche Innovation verbirgt sich darin für die Versicherungswirtschaft?

OptioPay verfolgt damit einen ganz neuen Ansatz, denn bisher wurde noch nicht versucht, die Auszahlungsströme in irgendeiner Weise zu nutzen, dabei sind Auszahlungen für Versicherungen Kerngeschäft und gleichzeitig ein Milliardenmarkt mit großem Potential und das nicht nur im Versicherungsbereich. Wir schaffen mit der OptioPay Auszahlungsmöglichkeit eine klassische Win-Win-Situation. Der Versicherungsnehmer erhält einen höheren Gegenwert und für die Versicherung schaffen wir einen neuen Umsatzkanal. Aufgrund der vermittelten Umsätze, die der „Gutscheinemittent“ erhält, wird eine Vermittlungsprovision an OptioPay fällig, die wiederum mit der Versicherung geteilt wird. Damit profitieren alle Beteiligten, der Versicherungsnehmer, die Versicherung, der Gutscheinemittent und OptioPay.

 

Woher stammt dieser Mehrwert bei der Auszahlung?

Das zusätzliche Geld kommt aus dem Marketingbudget von den Gutscheinemittenten. Das ist für die Werbetreibenden ein klassisches Affiliate-Marketing, sie zahlen also für die Kunden bzw. Umsätze, die wir ihnen verschaffen.

 

Wie sehen die Zukunftspläne von OptioPay aus?

Wir haben gerade mit einer Versicherung die erste Kooperation vereinbart und die zweite steht kurz bevor. Wir befinden uns jedoch noch mit vielen weiteren Versicherern im Gespräch und spüren großes Interesse von Seiten der Branche. So kamen auch schon die ersten Anfragen, ob wir mit den Versicherern ins Ausland expandieren wollen, sodass wir nach der Etablierung des Modells hier in Deutschland auch wirklich zügig ins Ausland gehen möchten.

 

Zum Abschluss noch eine generelle Frage: Derzeit sind ja FinTechs bzw. InsurTechs wie OptioPay in aller Munde, welche Rolle spielen diese jungen Unternehmen für die Branche?

Hier muss man meiner Meinung nach ganz klar zwischen FinTechs mit disruptiven und FinTechs mit kollaborativen Geschäftsmodellen unterscheiden. Disruptive FinTechs versuchen aktiv, Teilbereiche oder auch das gesamte Geschäft eines Versicherungsunternehmens zu ersetzen. Diese Geschäftsmodelle können natürlich eine erhebliche Gefahr für die Etablierten der Branche darstellen, da (signifikante) Marktanteile weggenommen werden.

Kollaborative Geschäftsmodelle wie OptioPay versuchen hingegen, Versicherungen bei den Herausforderungen der Digitalisierung zu unterstützen und den Etablierten der Branche neue Geschäftsfelder zu erschließen und Horizonte zu öffnen, die bislang vielleicht noch gar nicht bedacht wurden.


 

 

Bloggt zu den Themen: Innovation, Schadenmanagement

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