Neben Social-Media-Kanälen wie Facebook, Twitter, YouTube oder XING bieten auch bildbasierte Dienste immer mehr Potenzial für die Unternehmenskommunikation. Nach unserem Blogbeitrag zum Thema „Pinterest und Versicherungen – Geht das?“ möchte ich heute das Fotonetzwerk Instagram unter die Lupe nehmen. Denn beim Thema Versicherungsmarketing 2.0 kommt man auch an Instagram nicht länger vorbei. Im Folgenden zeige ich auf, was die App kann und wie sie schon heute von einigen Versicherern genutzt wird.

Zahlen und Fakten zu Instagram
Hat Instagram Potential für das Versicherungsmarketing?
Eine Plattform für den Moment

 

Bild: Social media icons © SSilver - Fotolia

Zahlen und Fakten zu Instagram

Erst kürzlich verkündete das Netzwerk, monatlich von mehr als 400 Millionen Nutzern verwendet zu werden, Tendenz steigend. Damit gehört Instagram zweifellos zu den derzeit populärsten Web-2.0-Anwendungen und hat den Kurznachrichtendienst Twitter inzwischen überholt. Die Foto-Sharing-App gibt es seit 2010, 2012 wurde sie für eine Milliarde Dollar von Facebook aufgekauft. Die App ermöglicht es den Nutzern, Fotos zu machen, diese mit Filtern und Rahmen zu bearbeiten, zu beschreiben und zu veröffentlichen. Täglich teilen die User mehr als 80 Millionen Bilder auf der Plattform.

Hochladen kann man Fotos ausschließlich per App. Doch im Internet kann man bei Instagram, wie in anderen sozialen Netzwerken auch, anderen Accounts folgen. Ähnlich wie bei Twitter erscheinen Inhalte in chronologischer Reihenfolge in einem kontinuierlichen Echtzeit-Foto-Stream. Die Bilder anderer Instagramer können von Nutzern wiederum kommentiert und mit einem „Gefällt mir“ versehen werden.

Hat Instagram Potential für das Versicherungsmarketing?

Als populäres Fotonetzwerk dürfte auch Instagram für Unternehmen als Plattform zur Kommunikation mit der Öffentlichkeit interessant sein. In unserem Blogbeitrag „Die kreativen Werbespots der Versicherer“ hat Bärbel Büttner bereits aufgezeigt, dass deutsche Versicherer wie die Techniker Krankenkasse und Budget Direct zu erfolgreichen Werbekampagnen über Social Media Plattformen in der Lage sind und neben YouTube und Twitter auch die Plattform Instagram einbinden.

Schaut man sich aktuell auf Instagram um, haben 13 Versicherer offizielle Kanäle. Die Allianz Deutschland hat über 4900 Follower (Stand: 3.12.2015) und veröffentlicht neben Bildern zu gesponserten Veranstaltungen oder der Allianzarena auch Kurzvideos über Partnersportvereine. Unter dem Hashtag #weilsmirwichtigist startete die Provinzial Rheinland Versicherung AG (358 Follower, Stand: 3.12.2015) in diesem Jahr eine Social-Media-Kampagne. Auf Instagram und Co. machen sie in Form von Gewinnspielen und Mosaiken darauf aufmerksam, was die wichtigen Dinge im Leben sind.

Die Beispiele zeigen, dass einige deutsche Versicherer das Potential von Instagram bereits erkannt haben und diese Plattform rege nutzen. Ein Blick nach Nordeuropa beweist in besonderem Maße, welches Marketingpotential in Instagram steckt. Die schwedische Reiseversicherung ERV Sweden hat mit ihrer Gewinnspiel-Aktion „Semesterjakten“ (deutsch: Urlaubsjagden) dazu aufgefordert, per Instagram Urlaubsfotos zu erstellen und diese auf der „Semesterjakten“-Microsite hochzuladen. Mit Hilfe dieser Bilder wurde eine Foto-Collage erstellt, die in Mosaikform die Skyline einer Stadt zeigt. Die Teilnehmer mussten zum einen erraten um welche Stadt es sich handelt und zum anderen erklären, warum sie eine Reise in diese Stadt gewinnen sollten. Der Clou an der Aktion war die Tatsache, dass die Skyline immer detaillierter dargestellt wurde, je mehr Bilder hochgeladen wurden. Der Erfolg dieser Aktion bemisst sich auf 1.600 hochgeladene Fotos, die sich zur fertigen Skyline von Shanghai zusammenfügten.

Eine Plattform für den Moment

Plattformunabhängig kann man als Versicherung enorme Aufmerksamkeit mit Aktionen erzielen, durch welche die Leute zur Interaktion aufgerufen werden. Um Instagram erfolgreich in das Marketing zu integrieren, sollte bedacht werden, dass sich das Netzwerk ausschließlich als mobile Foto-App versteht und somit der Moment im Fokus liegt. Hier werden keine perfekt inszenierten Bilder hochgeladen, sondern das, was die Menschen im Augenblick tun und sehen.

Die Aktion „Semesterjakten“ setzte Urlaubsmomente ihrer Zielgruppe in den Fokus. Eine Möglichkeit für Versicherer könnten Alltagsmomente sein, in denen die Fotos das Leistungsspektrum auf unterhaltende und informative Weise aufzeigen, z. B. häufige Unfallquellen bei Unfallversicherungen oder Gesundheitstipps bei Krankenversicherungen. So postet die Techniker Krankenkasse mit knapp 4000 (Stand: 3.12.2015) Abonnenten häufig ansprechende Bilder von gesunden Speisen inklusive Rezept oder eine Ingwerknolle als #Hausmittel gegen Reiseübelkeit.

Einige Versicherer tun sich mit ihrem Instagram-Account noch etwas schwer und posten regelmäßig Bilder aus der betriebsinternen Mensa, etwas fragwürdig erscheinende Selfies oder eher unspektakuläre Bilder aus dem Bürofenster. Sofern ein Versicherer einen Instagram-Kanal wählt, sollte er außerdem bedenken, dass die bisher auf Facebook & Co. veröffentlichten Inhalte nicht nur in den Instagram-Kanal kopiert werden, sondern neuer mehrwertiger Content veröffentlicht wird. Dabei kommt es darauf an, die Funktion des Bildes gekonnt einzusetzen und Impressionen von dem zu posten, was die Menschen bewegt, damit der neue Kanal seine eigene Aussagekraft gewinnt und nicht eins zu eins durch z. B. Facebook ersetzt werden könnte. Denn durch die Entwicklung von einer reinen App-Anwendung zu einem allgemein zugänglichen Internetdienst, ist das Potential von Instagram als Marketingkanal für immer mehr Unternehmen nicht mehr zu bestreiten.


 

 

 

Mareen Rühle
Mareen Rühle war 2013 bis 2015 im Team „Unternehmenskommunikation, Wissensportal und Partnerbetreuung" der Versicherungsforen Leipzig als Werkstudentin tätig. Ihre Verantwortung lag unterstützend in der redaktionellen Pflege der Webseite, der Betreuung der Forenpartner sowie der Pflege der Kundendatenbank.