In meinem letzten Beitrag habe ich über die Potentiale von Versicherer-Dienstleiter-Kooperationen geschrieben. Heute möchte ich auf Erfolgsfaktoren und Barrieren eingehen. Die Erkenntnis der Vorteilhaftigkeit einer Kooperation ist schon mal ein guter Anfang, doch erfolgreich wird diese erst mit viel Pflege und Durchhaltevermögen. Versicherer und Dienstleister haben oft unterschiedliche Erwartungshaltungen. Diese müssen kommuniziert und von der jeweiligen Partei entsprechend berücksichtigt werden, sonst ist Enttäuschung auf beiden Seiten vorprogrammiert.

 

Woran hängt´s eigentlich?

Wohin geht die Reise?

 

 

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Woran hängt´s eigentlich?

 

Dass Kooperationen noch nicht das gewünschte Ausmaß erreicht haben, liegt nach Ansicht der Befragten unserer Studie »Versicherer-Dienstleister-Kooperation« nicht an ihnen selbst. Für die Versicherer fehlt es an der Bereitschaft des Kunden und des Außendienstes, sich auf Kooperationen mit Dienstleistern einzulassen. Die Dienstleister vermissen dagegen die Akzeptanz auf Seiten der Versicherungsmitarbeiter. Drei Viertel der befragten Dienstleister sehen Vorbehalte der Versicherungsunternehmen als das größte Hemmnis an. Es scheint wie so oft: Immer ist der andere schuld. Einigkeit herrscht jedoch wieder bei der Frage nach den Erfolgsfaktoren einer guten Partnerschaft. Qualitativ, zuverlässig, kundenorientiert, schnell, fair und flexibel sollte sie sein. Alles Faktoren, die für einen guten Service sprechen. Neben einem guten Service spielen natürlich auch die Faktoren Preis und Qualität eine wesentliche Rolle.

 

Wohin geht die Reise?

 

Dienstleister wie auch Versicherer erwarten steigende Anforderungen. Die Versicherer müssen sich mit neuen, bedarfsgerechteren und individuelleren Produkten den steigenden Kundenanforderungen stellen. Der Dienstleister spürt diese Entwicklung in Form von steigenden Ansprüchen an seinen Service. Außerdem sind sich beide einig, dass das Schadenmanagement von morgen technisierter und automatisierter ablaufen wird. Zudem ist ein Großteil der Befragten der Ansicht, dass sich die Branche der Dienstleister auf wenige große Anbieter bzw. hoch spezialisierte kleinere Unternehmen konsolidieren wird und sich schließlich auf alle Sparten ausdehnt.

 

Wer sich für weitere Ergebnisse der Befragung interessiert, hat zwei Möglichkeiten: Zum einen werde ich die Studienergebnisse am 29. Oktober 2014 im Rahmen des Schadenkongresses »Kundenbindung durch effektives Schadenmanagement« auf der DKM (Halle 4, Saal 34) präsentieren. Zum anderen haben wir im Mai ein Themendossier mit aktuellen Zahlen zum Schadenmanagement veröffentlicht, das Sie hier finden.

 

Den 8. Messekongress »Schadenmanagement und Assistance« im April 2014 werden wir zum Anlass nehmen, um die Studie zu vertiefen. Diesmal soll der Fokus auf den Hürden für Kooperationen gelegt werden. Wenn es soweit ist, werden wir Sie auch auf unserem Blog dazu informieren.


 

 

Christian Dierks
Christian Dierks, Jahrgang 1972, studierte bis 1998 Jura an der Universität Hamburg. Seine berufliche Karriere startete er in einer Rechtsanwaltskanzlei. Die Zulassung zum Rechtsanwalt besteht bis heute. In die Versicherungswirtschaft wechselte Herr Dierks im Mai 2003. Bis zu seinem Wechsel zu den Versicherungsforen Leipzig blieb er der KRAVAG LOGISTIC Versicherungs-AG (R+V Gruppe) treu. Dort wirkte Christian Dierks über zehn Jahre in der Direktion des Marktführers für die Transport- und Verkehrshaftungsversicherung mit, acht Jahre als Großschadenregulierer, danach als Gruppenleiter Schaden und schließlich zwei Jahre als Prokurist und Abteilungsleiter Betrieb.
2014 bis 2015 verstärkte Herr Dierks die Versicherungsforen Leipzig als Projektmanager Schadenmanagement im Kompetenzteam Antrag, Vertrag & Schadenmanagement. Zu seinen Schwerpunkten zählten neben dem Messekongress Schadenmanagement und Assistance auch Projekte und Fachberatungen sowie juristische Themen.