Die Digitalisierung begünstigt den Eintritt branchenfremder Marktteilnehmer mehr denn je. Sie ermöglicht zielgruppenspezifische Kommunikation zu übersichtlichen Kosten. Wer es schafft, die neuen Chancen im eigenen Geschäftsmodell zu etablieren, ist gut aufgestellt. Ob Banken, Automobilindustrie oder die Versicherungswirtschaft: Nahezu allen Branchen stehen stürmische Zeiten bevor. Noch schippert die Assekuranz einigermaßen ruhig durch die digitale See. Doch Internetriesen wie Facebook, Amazon und allen voran Google stellen nach Einschätzung der Branche schon heute ernstzunehmende Konkurrenten dar.

Und die Sorge ist nicht unbegründet: Denn bereits im letzten Jahr hat Google bspw. sein Engagement im deutschen Versicherungsmarkt angekündigt. Und Google hat einen wertvollen Schatz in der Hinterhand: Millionen Kundendaten, die der Internetkonzern über seine Suchmaschine und weitere Online-Dienste erhält. Diese Daten bilden einen zentralen Wettbewerbsvorteil, insbesondere wenn die Pläne Realität werden. Von einem chancengleichen Wettbewerb kann dann kaum noch die Rede sein, zumal die Spielräume im Umgang mit personenbezogenen Daten für Versicherer wesentlich enger sind. Die Selbstverpflichtung der Versicherungsunternehmen in Bezug auf den Datenschutz gilt neben den technischen Rahmenbedingungen als ein großer Nachteil gegenüber dem amerikanischen Konzern. Daneben besitzt Google die notwendigen Online-Werbeplattformen selbst. Nachdem der Launch eines Vergleichsportals vorerst auf Eis gelegt wurde, bleibt abzuwarten, was Google genau vorhat. Viele befürchten, dass der Konzern seine Datensammlungen nutzt, um langfristig sogar selbst Versicherungen anzubieten, statt sich mit niedrigen Provisionen eines Vergleichsportals zufrieden zu geben.

Die To-do-Liste der Assekuranz ist lang

Der Wille der Assekuranz, zu investieren, ist da. Doch bevor in neue IT-Landschaften investiert wird, müssen Geschäftsmodelle überdacht und Prozesse neu definiert werden. Denn ohne Straße wird die Fahrt im neuen Terrain womöglich recht holprig.

Die Versicherer haben im Laufe der vergangenen Jahre bereits begonnen, viele ihrer Geschäftsprozesse zu automatisieren. Laut der Studie „Versicherungen 2020 – Trends, Technologien und Geschäftsmodelle“ besteht jedoch noch Potenzial zur Verbesserung von Effizienz und Produktivität der Abläufe. Denn den geringsten Automatisierungsgrad weisen den Befragten zufolge die kundennahen Prozesse wie Vertrieb, Kundenmanagement, Call Center und Marketing auf. Gerade an der Schnittstelle zwischen den Kunden und dem Vertrieb ist ein automatisiertes und möglichst zentrales Informationsmanagement von Nöten, um ein kundenorientiertes Arbeiten mit kurzen Bearbeitungszeiten zu gewährleisten. Eine einheitliche Datenbasis ermöglicht eine 360 Grad-Ansicht des Kunden und eine gezielte und zeitlich optimierte Ansprache durch den Kundenberater.
Insbesondere mobile Anwendungen für Kunden und Vertrieb, Social Media, Business Intelligence und Cloud Computing haben hohe Priorität. So plane laut dem „Branchenkompass Versicherungen 2013“ jeder zweite Versicherer kurzfristig Investitionen in mobile Apps und Mobile Enterprise. Die Versicherungsunternehmen versprechen sich neben Kosteneinsparungen damit auch eine andere Wahrnehmung seitens des Kunden als moderner und kundenorientierter Ansprechpartner.

 

Um das bereits Gesagte zu verdeutlichen, soll am Ende unserer Blogreihe die Statistik nicht zu kurz kommen:

 

 

Hinweis: Einen ausführlicheren Beitrag hierzu finden Sie in unserem Themendossierarchiv.


 

Katja Wagenknecht
Katja Wagenknecht ist seit 2012 bei den Versicherungsforen Leipzig tätig. Seit 2016 leitet sie das Team „Unternehmenskommunikation, Wissensportal und Partnerbetreuung“. Als Linguistin ist sie Expertin für die Produktion und Aufbereitung von Texten und Artikeln, als Betriebswirtin besitzt sie gleichermaßen das Gespür für Zahlen und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge.